Einachsiger Glimmer.
Rhomboedrischer Talkglimmer, Wca (französisch).
Kryftallsystem homoedrisch, drei- und einachsig. Die Krystalle geben sich als kurze Tafelsäulen,sechsseitig, mit horizontaler Endfläche, welcher parallel er vollkommen theilbar ist. Die Krystalle stehenin Reihen, wie bei vorigem, doch findet man auch großblättrige Massen eingewachsen, von körniger Struk-tur, oder derb. Der Bruch ist nicht beobachtet. Mild, in dünnen Blättchen elastisch biegsam. Härt«und Eigenschwere ist der, des zweiachsigen Glimmers gleich; die Farben werden indeß nicht so hell, wiebei ihm gefunden, sondern drehen sich um die Nuancen des Schwarz, der Strich ist grüngrau. Chemisch unterscheiden sich die Arten durch den ständigen Bittererdegehalt dieses Letzteren, der deshalb auchMagnesiaglimmer genannt wird. Er zeigt ebenfalls die Farbenringe, die ein dunkles Kreuz trennt.
Er ist nicht so häufig verbreitet, wie der gemeine Glimmer, liegt aber'wie dieser, primär nur aufvulkanischer und plutonischer Lagerstätte. Manche Fundorte sind noch sehr zweideutig, da die Verwechs-lung mit dem Kaliglimmer so leicht ist. Der Vesuv, Montblanc, das Zillerthal, das böhmische Mittel-gebirge, Joh. Georgenstadt und Zinnwald im Erzgebirge, Andernach am Rhein, der Kaiserstuhl , Monroein 'New-Aersey, Grönland, und vor allen Sibirien , wo man schon Krystalle von 13 Zoll Höhe und von1400 Zoll Kubikmasse fand, sind unzweifelhaft. Schwefelsäure löst ihn beinahe ganz auf.
C h l o r i t.
Drei- und einachsiges Krystallsystem. Die Individuen, welche beobachtet wurden, sind sehr dünne,sechsseitige Tafeln, die, als den Kanten abgestumpfte Hexagondvdekaeder nur sehr selten erkannt werdenkönnen. Der geraden Endfläche parallel ist er höchst theilbar. Die Krystalle sind zu Cylindern, Kegeln,Kugeln rc. gruppirt, und keilen sich an einer Seite mehrentheils zu. In Sachsen findet man Umbildun-gen von Granatkrystallen. Häufiger kömmt er als krystallinische Massen, als schuppige Haufwerke, lose,als staubartiger Anfing auf andern Gesteinen, als ganze Bergmassen im Chloritschiefer rc. vor. SeinBruch ist blättrig bis erdig; in dünnen Blättern ist er biegsam, ohne elastisch zu sein. Härte 1,5,Eigeuschwere 2 , 6 ,—2,9. Seine Farben liegen zwischen schwärzlich- und apfelgrün. Auf den Theilungs-flächen perlmutterglänzend, hat er auf den übrigen schwachen Glasglanz. Die krystallisirten Stücke sindhalbdurchsichtig bis durchscheinend, und sind auffallend dichroitisch, indem sie schöne, grüne Tinten, inrechtem Winkel dagegen gelbliche und bräunlich. Polarisirtes Licht erzeugt in ihm das Bild farbigerRinge, von dunkelm Kreuz durchsetzt. Kvbell fand ihn aus Kieselerde, Kalk-, Thon- und Talkerde, mitEisenvxydul und Wasser zusammengesetzt. Conzentrirte Schwefelsäure löst ihn völlig auf, auch Salz-säure greift ihn nach dem Glühen an.
Der Chlorst wird nach seinen Formen in blättrigen, gemeinen, schiefrigen und erdi-gen unterschieden; man rechnet zu dem ersten die Krystallgruppen, zum zweiten die derben, schuppigenMassen, die Gebirge des Chlvritschiefers gehören zur dritten, lockerer, erdiger Zusammenhalt bezeichnetdie letztere, welche wir Taf. XII, Fig. i abbilden. Der Name, die Farbe bezeichnend, stammt ausdem Griechischen.
Im Urgebirge bildet der Chlorst eigene Lager, die durch einzelne Krystalle von Bitterspath, Mag-
Schmidt, Mineralogie. 7