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Bei den Alten galt der Asbest für unzerstörlich im Feuer, und schon Plinius gedenkt des Brauchs,die Leichen Vornehmer, in Aöbestlinnen gewickelt, zu verbrennen, um die Asche vor jeder Vermischungzu schützen. Auch fand man schon Urnen, in denen die Reste des verbrannten Körpers in Asbestgewebegewickelt waren. Kleider von Asbest gehören zu den Vorrechten indischer Brammen, und vor dem BildeSivas des Erhaltenden brennen Lampen mit unzerstörbaren Asbestdochten, die auch die Grönländergern benutzen. — In einigen Gegenden Piemonts wird der Amianth, nachdem er eine Zeit in Wassergeweicht ist, wie Flachs gebrecht, gereinigt, getrocknet und gekämmt. Er wird nun mit ölgenetzten Fin-gern ziemlich mühsam gesponnen, denn die Fasern erregen in der Haut schmerzende Geschwüre. EinSteinfaden wird jederzeit mit einem Flachsfaden, oder bei Damengürteln mit einem Silberfaden zusam-mengedreht, und dann das Gespinnst verwebt oder geflochten, gestrickt, und so Leinwand, Servietten,Mützen, Handschuhe, Bänder rc. gefertigt, die, wenn das Oel herausgebrannt wurde, sich durch blen-dende Weiße auszeichnen, wie die zu Como geklöppelten Spitzen. Bei Gebrauch aber verwunden sie dieHaut, und erregen schmerzende Ausschläge. Durch mäßiges Glühen werden allerdings daran haftendeUnreinigkeiten zerstört, aber der Stoff wird dadurch stets brüchiger und zerfällt endlich. — Die klugenChinesen mahlen unser Mineral und verfertigen durch Zusah von Tragant Oesen daraus, die hübschePolitur annehmen, sehr leicht, und besonders dauerhaft sind. — Asbestpapier ist rauh und grob, so,daß man kaum darauf zu schreiben vermag; mögte auch nur geringen Vortheil gewähren, da Feuerdoch die Tinte zerstören würde. Wichtiger könnten Pappdeckel daraus, als leichte Bedachung, sein. —Zu chemischen Feuerzeugen wird der Amianth mit Nutzen verbraucht.
Sippe «, Apophyllit.
Apophyllrt, Albin, Jchthyophthalm.
Die Grundform des Oktaeders gehört zum zwei- und einachsigen Krystallsystem. Härte 4,5—5,v,Eigengewicht 2,3—2,5. Durchsichtig bis durchscheinend, glasiger Perlmutterglanz. Er besteht aus Kalk-und Kieselerde, Kali, Wasser und etwas Fluß säure. Er ist wasserhell, gelblich-, graulich-, röthlichweißbis fleischroth.
Vollkommene, einzeln aufgewachsene, oder zu Drusen gruppirte Krystalle, auch große, verdrückte In-dividuen, an denen nur einzelne Flächen ausgebildet oder erhalten sind. Auch in derben Massen, vonschaliger Struktur wird er gefunden.
Auf der Grube Samson zu Andreasberg , auf den Blasenräumen vulkanischer Gesteine, auf Mag-neteisenlagern Schwedens im Gneis, der Seißeralp in Tyrol, Außig in Böhmen, Schottland , die Fä-rber rc. Er verwittert sehr leicht.
Okenit, Diklafit.
Derbe Massen von schmaler, strahliger Zusammensetzung. Härte 5,0, Eigenschwere 2,28, gelblichund bläultchweiß, seltner farblos. Säuren zersetzen ihn zu Gallerte.
Er ist bis jetzt nur im Mandelftein auf Disko-Island an der Waigazftraße gefunden.