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Über die Gestalt und die Urgeschichte der Erde : nebst davon abhängenden Erscheinungen in astronomischer, geognostischer, geographischer und physikalischer Hinsicht / von Karl Friedrich Klöden
Entstehung
Seite
XVIII
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Das Alter bringt eine Harmonie in die Irr-thümer, welche größer ist, wie die in der jungen Wahr-' heit, die ihnen entgegen gestellt wird. Das Wahr-scheinliche in einem Irrthum arbeitet die Zeit zu ei-nem Ganzen aus, und an das Unwahrscheinliche ge-wöhnt sich das Auge der Menschen durch Gewohn-heit. Ein tausendjähriger Irrthum ist starker, undhat mehr für sich, als eine junge Wahrheit."

Eine Entdeckte Wahrheit ist bei ihrer Ent-deckung nie vollendet. Die reichste Goldstufe hat tau-bes Gestein an sich, welches die Zeit langsam her-unter schlagt. CopernikuS holte die reiche Stufeaus der Tiefe, aber Keppler gab erst das reineGold. Sechs und dreißig Jahre hatte KopernikuSsie selber schon bearbeitet; aber die vollendete Wahr-heit geht nicht aus der Hand des Individuums, son-dern der Zeit."-')

Die Schicksale größerer Ideen spiegeln sich indenen der kleineren wieder, und so wird es mir ge-stattet sein, hier an große Beispiele zu erinnern, ohnein den Verdacht zu gerathen, mich mit jenen Män-

-) Eben daselbst. S. 2 Z-i, 2,j5.