23
Wenn letzterer uns die Gestalt jedes nicht nässen-den oder zerfließenden Tropfens auf einer Fläche zeigte;so ist ersterer dagegen die Gestalt eines jeden im Raumeschwebenden oder fallenden Wassertropfens. Jedoch wirddie Form des fallenden Regentropfens etwas davon ab-weichen, weil der, der Erde zugekehrte Theil den Wi-derstand der Luft zu überwältigen hat, der ihn von die-ser Seite her zusammendrückt. Doch bleibt die Formeiförmig. Bequemer kann man sie am hängenden Re-gen- oder Thautropfen, der Thräne, den Glastropfenu. s. w. beobachten, nur, daß die Adhäsion den obernTheil abändert. Auch jede nachgebende Blase, mit ei-ner Flüssigkeit gefüllt, zeigt die Annäherung an dieseGestalt. Hiernach darf es uns nicht wundern, wennwir diese Form in der Natur so oft wiederkehren sehen,besonders da, wo das Flüssige selbst die Form desKörpers bestimmt. Außer den Eiern der Vögel, Am-phibien, Fische rc., wo die Schaale nicht die Form be-stimmt, sondern diese, wie überall, durch den Inhaltbestimmt wird, — wie unzählig viele Saamen undFrüchte haben diese Gestalt, obgleich hier das Stö-rende des Stoffs, die Fasern, die Adhäsion rc. manchebedeutende Abweichungen hervorbringen müssen.