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Über die Gestalt und die Urgeschichte der Erde : nebst davon abhängenden Erscheinungen in astronomischer, geognostischer, geographischer und physikalischer Hinsicht / von Karl Friedrich Klöden
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Meer einwirken, um gleichzeitig auf zwei entgegengesetztten Punkten der Erde die Ebbe und die Fluth zu erzeu-gen, mir noch ganz dunkel ist." Er setzt dies dar-^auf weiter auseinander, und schließt:diese Schwierig-keit liegt gewiß nur in der Art, wie wir das Phäno-men construiren, nicht in der Sache selbst, da die übri-gen Phänomene mit den Schlüssen aus jenen Prämissender Theorie so schön übereinstimmen." Ich bin ge-wiß, daß es Tausenden eben so gegangen ist, ohne daßsie so aufrichtig gewesen sind; daß sie sich aber auf ähn-liche Weise beruhigt haben.

Nur wenn eine, die Anziehung ausgleichende Ver-größerung der Masse angenommen wird, wie esvon uns behauptet worden ist, läßt sich eine Erhebungdes Wassers an beiden entgengesctzten Punkten nach-weisen.

Unsere Theorie erklärt ferner ein Faktum, welchesdie bisherigen nicht erklären kennten. Sie zeigt, daßzwischen den isometrischen Linien und in ihrer Nähe dieEbbe und Fluth nicht sechsstündig sein können. In dengrade dazwischen gelegenen Punkten ist sie zwölfstündig;von hieraus seitwärts müssen Annäherungen an diesechsstündige Dauer statt finden, welche die Zeit derEbbe uud Fluth ungleich machen werden.

Daß es solche Punkte auf der Erde gab, wußteman schon lange. Man schob aber die Anomalien auflokale Störungen, auf ein Zurückhalten des Wassersdurch vorliegende Landmasscn, durch Strömungen u. s.w. die keiner bestimmten allgemeinen Regel folgten, undfür jeden Ort besonders berücksichtigt werden müßten.Man hat es jedoch nicht versucht, dies für diejenigen