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Über die Gestalt und die Urgeschichte der Erde : nebst davon abhängenden Erscheinungen in astronomischer, geognostischer, geographischer und physikalischer Hinsicht / von Karl Friedrich Klöden
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unbewohnbar blieb/ als jetzt. Tag und Nacht war über-all gleich lang auf der ganzen Erde.

Allein so blieb es nicht. Die Achse änderte sichauf die im ersten Abschnitt angegebene Weise, wahr-scheinlich nach und nach, und als Folge der wiederhol-ten Niederschlage. Dieser Aenderung gemäß stellte sichauch das Wasser; so daß durch diese Aenderung keineneue Wasscrversetzung bewirkt wurde, und die Erde, wiesie jetzt ist, nach und nach aus der letzten Wasserbe-deckung hervortrat.

Ich gestehe, daß es mir leid thut, auf die Achsen-änderung der Erde recurriren zu müssen, die schon ebenso oft behauptet ist, als die Behauptung zurückgewie-sen wurde *). Indessen lassen sich die Phänomene derErde, wie sie solche jetzt zeigt, nicht anders erklären.

Wie man bisher die Sache sich vorgestellt, nahmman die Erde immer als bereits fertig an, ehe dieseAchsenänderung eintrat. Eben so die Widerleget. Da-durch konnte wenig gewonnen werden. So lange nochdie Kräfte gegen einander arbeiteten, und den Zustanddes Gleichgewichtes zu gewinnen suchten, mußten Er-scheinungen eintreten, die aufhörten, sobald dieser Zu-stand des Gleichgewichtes errungen war, und von denensich nachher nichts mehr zeigte. Wenn man aber dar-aus, weil sich geschichtlich oder durch Beobachtungennicht nachweisen läßt, daß sich die Erdachse (außer dembekannten Wanken) geändert habe, den Schluß ziehen

*) S. Bode Gedanken über vermuthete Veränderungender Erdpole und Achse in den neuen Schriften der Gesellschaftnaturforschender Freunde zu Berlin, 2 ter Band, S. 30Z ff.