143
eine Ablenkung des Lothes ober der senkrechten Linieauf die Messungen hat, ist es nöthig, auch auf dieAenderung der horizontalen Richtung einen Blick zuwerfen.
Daß sich letztere andern muß, so wie sich der Schwer-punkt bewegt, ist für sich klar, und in sofern hängt dieAenderung des Wassersfpicgels mit der Ablenkung desLothes zusammen. Es giebt aber noch eine andere, da-von ganz unabhängige Aenderung der horizontalen Rich-tung, und diese ist es, welche wir jetzt näher betrach-ten wollen.
Zu dem Ende wollen wir uns den Schwerpunktder Erde ohne Bewegung denken.
Figur 27 sei ein, nach dem Meridian rs Fig. 25geführter Durchschnitt. Er wird eiförmig werden, undzwar so, daß wenn x'g' die jetzige Erdachse ist, diekurze Achse der Eiform x«z mit ihr einen gewissen Win-kel macht, der in der Zeichnung, mehrerer Deutlichkeitwegen, etwas groß angenommen worden ist. Der län-gere Theil der großen Achse ist cg. Nach der Richtung6rn, rechts von m, stehe Sonne und Mond in Con-junction, so, daß eine Linie von ihnen nach dem Mit-telpuncte c der Erde gezogen durch m gehe. Da dieDrehungsachse senkrecht auf dieser Linie steht, sostellt dies die Lage der Erde zur Zeit des Aequinoc-tiums dar.
Dreht sich nun die Erde um x'g', so wird nacheiner Viertelwendung ein anderer Theil der Sonne zu-gekehrt sein. Vorher war es der Punkt r Fig. 25, jetztwird es v sein. Machen wir jetzt ebenfalls einen Durch-schnitt längs des Meridians LpO, so wird dieser eine