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Über die Gestalt und die Urgeschichte der Erde : nebst davon abhängenden Erscheinungen in astronomischer, geognostischer, geographischer und physikalischer Hinsicht / von Karl Friedrich Klöden
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geschehen; das Becken füllte sich, und so lange dies einTheil der größeren Überschwemmung war, mußte sichdas Wasser im Zustande der Ruhe befinden. Als aberdas außer dem Becken befindliche Wasser genöthigt wurdeabzulaufen, wirkten dieselben Kräfte auch auf das ein-geschlossene Wasser, und nöthigten dasselbe, jenem zufolgen, was aber erst möglich wurde, nachdem es sicheine Ocffnung gemacht hatte. Nun konnte eine partielleUeberschwemmuug für einen Theil des nördlichen Deutsch­ lands eintreten; diese aber setzt eine größere voraus.Auf ähnliche Weise verhält es sich mit dem caspischenund schwarzen Meere. Wir haben die Möglichkeit,daß die letzte Wasserbedeckung eine allgemeine gewesensein kann, ja daß sie es sehr wahrscheinlich gewesen ist,auf eine gewiß sehr einfache Weise dargekhan.

10) Sind die geognostischcn Formationen über dieganze Erde auf gleiche Weise verbreitet, oder nicht?

Dies ist eine für die Geognofie sehr wichtige Frage.Nach unserer Theorie ist die Frage verneinend zu beant-worten. Wir haben gezeigt, daß die Zahl der Forma-tionen abnehmen muß, je mehr man sich unserer Liniepa nähert. Locale Formationen sind dabei nicht mitge-rechnet, so wenig, als die durch chemische Kräfte gebil-deten Porphyr« Trapp- und vulkanischen Formationen,die überhaupt hier ganz unberücksichtigt geblieben sind,da es unsere Aufgabe nicht ist, eine Gcognosie zu schrei-ben. Ist unser System wahr und natürlich, so werdensie ihre Stelle darin so gut finden, als sie sie in derNatur gefunden haben. Dies mag Anderen überlassenbleiben. Für unsere Behauptung kann ich aber der-malen keine Thatsachen aufführen, da einestheils gerade