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Es ist bekannt, baß sich in Deutschland häufigKnochen finden, welche einigen Elephantcnspecies, lö-ivenartigen Thieren, dem Rhinoceros, Hyänen, Tigernu. s. w. kurz, Thieren angehören, deren verwandte Spe-cies jetzt nur unter den warmen Himmelsstrichen leben.Wollte man nun dagegen anführen, baß diese Thiereeben so gut eine solche Einrichtung haben konnten, daßsie in unserem jetzigen Klima auszudauern vermochten, in-dem bekanntlich das an der Mündung der Lena gefundeneMammuch mit einer dünnen Wolle, und außerdem mitdicken Haaren bedeckt, also, wie es scheint, für einnördlicheres Klima bestimmt ist; so beweiset doch auchdie ganze Natur der untergegangenen Pflanzenwelt, daßdas Klima ehemals wärmer gewesen ist. Nicht nurdas versteinerte Holz, welches unter dem Namen Staar«stein bekannt ist, zeigt durch seine Textur, daß es dem Pal»mengeschlechtc angehört; nicht nur die Textur vielerBraunkohlen, zeigt eben dasselbe; sondern man findetin Steinkohlenwerken vollständige Abdrücke von Pal-menblättern, Casuarinen, baumartigen Farrenkräuternund eben dergleichen Lycopodien; man findet Früchte,die fast vollständig mit den Früchten der Areca- und Co-cosnußpalme übereinkommen, andere, welche den Pista-cien gleichen u. s. w. Ja ein großer Theil der räthsel-haften großen Schilfabdrücke iia Schieferthvne scheintCactusartcn anzugehören. Offenbar ist diese ganze Ve-getation eine südliche, und läßt keinen Zweifel übrig,daß es nicht ehemals wirklich in Deutschland wärmergewesen sein sollte *).
- Vergleiche über diesen Abschnitt besonders v. Schlotb