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ten haben, die groß genug war, um vermittelst der Schwung,kraft die Theile des flüssigen Crdkörpers um den Äquatoraufzuhäufen, und aus der Verschiedenheit der beiden Erd-durchmesser würde sich die ursprüngliche Geschwindigkeitder Erde wiederum ergeben, und mit der jetzigen ver-gleichen lassen.
Gestalt der Erde. .
Theoretische Voraussetzungen.
DieS führt uns auf eine zweite Untersuchung. Wo-her weiß man denn, daß die Erde ein Lllipsoüle äe re-volution ist?
Wenn gleich bereits im Buche die Ungewißheit dieserAnnahme hinlänglich dargethan ist, so daß Niemand ausder sphäroidische» Gestalt der Erde jene Unveränderlichkeitder Drehung wird ableiten wollen, so ist es doch wohlnicht überflüssig zu zeigen, daß diese Gestalt bei Weitemmehr vorausgesetzt, als bewiesen ist. Es erscheint unndthig,dabei weiter, als bis auf Huygens und Newton zurückzu gehen; denn vor ihnen galt die Erde als kugelförmig,ohne daß man sich auf irgend eine Abweichung von dieserGestalt eingelassen hätte. Die von Snellius im Jahre1615 und Norwood 1635 unternommenen Gradmessungen,so wie alle früheren, und nicht minder die UntersuchungenGrimaldi'ö und Riccioli's hatten nicht sowohl den Zweck,die Gestalt der Erde zu bestimmen, als vielmehr ihreGröße auszumitteln. Durch Snellius Messung war derMeridiaugrad zu 55021 Toisen gefunden worden.