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sich bei der von mir behaupteten Gestalt sogar, daß ohneDrehung zu Zeiten ein viel größerer Theil der Erde unterdem Aequator mit Wasser bedeckt sein würde, als es jetztder Fall ist.
Uebrigens aber folgt auch aus meiner Darstellung,wie aus der Huygensschen, daß alle Punkte der Erdober-fläche unter dem Aequator von dem Mittelpunkte der Erdeweiter entfernt sind, als die Pole; aber nur das Wasserhat die spharoidische Form bei der jetzigen Drehung an-genommen, nicht das Land, obwohl im Ganzen die Ab-weichung von der abgeplattet spharoidische» Gestalt nichtbedeutend sein kann.
Newton schließt bei seinen Untersuchungen über dieGravitation und Schwungkraft im Wesentlichen nicht an-ders, als Huygens. Er sagt: die Planeten müßten, wennsie sich nicht umdreheten, wegen der gleichen Schwere allerTheile nach allen Seiten eine Kugelgestalt annehmen. Durchdie drehende Bewegung aber werden die Theile von derAchse entfernt, und erhalten das Bestreben, sich um denAequator zu erheben. Hierdurch wird die Materie, inso-fern sie flüssig ist, den Durchmesser um den Aequatordurch ihr Aufsteigen vergrößern, die Achse durch die Poleaber durch ihr Niedersinken verkürzen. So findet man denDurchmesser Jupiters nach Cassini's und Flamstead's Be-obachtungen zwischen seinen Polen kürzer, als nach derRichtung von Ost gegen West. Aus eben dem Grundemuß unsere Erde um den Aequator höher sein, als umdie Pole; denn sonst würde sich das Meer an den Polen senken, um den Aequator aber in die Höhe treten, undalles überschwemmen.