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P e n d e I IN e s s u n g e n.
Es giebt aber »och eine zweite Methode, die Gestaltder Erde auszumitteln, nämlich die Pcndelmessungen. Wirdürfen diese nicht übergehen, damit es nicht etwa den Scheingewinne, als ob hier nur zusammen gestellt wäre, was etwaunserer Ansicht günstig sei.
Pendelmessungcn sind einfacher, als Gradmessungen,und eben deshalb sind sie als ein weit sichereres Mittel be-trachtet worden, das Achsenvcrhältniß der Erde zu ermitteln.Bon der anderen Seite sind dagegen die Untersuchungenso fein, und man muß dabei so viele Schlüsse von sehrkleinen Größen auf recht ansehnliche machen, daß dabeinicht Vorsicht genug angewendet werden kann.
Die älteren Messungen dieser Art übergehe ich, dasie ungenügend sind. Als die genauesten galten die, welcheBouguer unter dem Aequator und zu Portobello, zu Goavaund Paris , Legen til zu Pondichery , Campb el zu Ia-maica, Lacaille am Cap, Darquier zu Toulouse , Lies-ganig zu Wien , v. Zach zu Gotha , Graham zu Lon don , Grischow zu Arcnsberg, Mallet zu Ponoi undPetersburg , und Maupertuis zu Pcllo gemacht hatten.Unter der Voraussetzung, daß die Erde ein regel-mäßig abgeplattetes Spharoid sei, berechnete Laplace dar-aus die Abplattung zu und da dies Resultat nahe
mit dem aus der französischen Gradmessung, verglichenmit der peruanischen erhaltenen, übereinstimmte, so begnügteman sich damit, und freuete sich dieser Uebereinstimmung.
Bald nachher aber zeigten sich bei genauerer Prüfungdie Mängel der benutzten Pendelbestimmungcn, und ob-