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hiernach die Abplattung ungleich größer erscheint, als sieaus den bei weitem meisten bisherigen Breitenmessungengefunden ist*).
Sollte denn nicht aber eben dieser Bogen, wenn manihn einmal darauf untersuchte, den Beweis dafür liefern,daß die Parallelen Ellipsen sind? — Eine vorläufige Be-trachtung scheint wenigstens darauf hinzudeuten. Denn derwestlichste Theil liefert eine stärkere Abplattung, als wennman den Bogen nach Osten verlängert, und sie vermindertsich von bis zu ^ 2 , wenn man ihn in seiner
ganzen gemessenen Länge nimmt. Daraus folgt doch, daßer sich anfangs viel schwächer krümmt, als weiter hin,und eben dies ist ja eine Eigenschaft der Ellipse in derNähe ihrer kleinen Achse. Wenn aber die Parallelen Ellipsensind, — ist dann nicht unsere Behauptung gerechtfertigt? —
Es crgicbt sich aus dem Allen, wie wenig begründetdie bisherige Annahme von einer regelmäßig sphäroidischenGestalt der Erde gewesen, und wie wenig sie durch dieGradmessungen bestätigt worden ist. Alles was aus diesenmit Gewißheit folgt ist:
1) Die Punkte unter dem Aequator sind weiter vom Mittel-punkte der Erde entfernt, als die Pole.
2) Die Meridiane haben nicht sämmtlich dieselbe Krüm-mung; folglich sind auch nicht alle Punkte des Aequa-tors gleichweit vom Erdmittelpunkte entfernt.
Daß aber mit diesen Ergebnissen die von mir aufge-stellte Ansicht besser übereinstimmt, als die bisher geltende,liegt vor Augen.
*) A. a. O S. 877.