241
Sehen wir nun, was nach unserer Theorie eigentlichdurch diese Pendelmessungen gefunden werden kann, so er-giebt sich Folgendes.
i) Die meisten derselben werden an den Küsten ange-stellt in der Nahe des Meeres, und bedürfen daher ent-weder gar keiner, oder doch nur einer geringen Cor-rektion, um auf das Niveau des Meeres gebracht zuwerden. Der Fehler, welcher in dieser Beziehung beiden Gradmessungen begangen wird, ist daher ohne Ver-gleich größer, als der bei den Pendelmessungen.
2. Die Verminderung der Schwere erfolgt nach dem Ge-setze, wie es für die jetzige Drehung der Erde umihre dermalige Achse gültig ist, nach welchem Ge-setze sich auch die Oberfläche des Gewässers gestellt hat,an dessen Küsten, wie erwähnt, die meisten Beobach-tungen statt fanden. Die Rechnung ergiebt das Ver-hältniß der Schwungkraft zur Schwere unter dem Ae-guator ss »'oi 4 ^
3) Man wird daher aus den Pendelbeobachtungen dieKrümmung der Fläche berechnen können, in welcher dieBeobachtungsorte liegen, das heißt, die Krümmung derMeeresfläche.
4) Da diese aber bei der jetzigen Drehung nothwendigdie eines regelmäßig abgeplatteten Sphäroids sein muß,(vergl. S. 51) dessen Aequatoreal-Durchmesser sichzum Polar-Durchmesser verhalten muß, wie das Ver-hältniß der Schwere unter dem Pole zu dem unter demAequator, so wird auch dessen Abplattung ^ betra-gen, und genaue Pendelmessungen können nur diese Größeangeben, welches in der That bei den Sabineschen Be-stimmungen der Fall ist.
16