252
behandelt, und sind sie nicht zu dem Resultate gekommen,,-aß die Gestalt eines elliptischen Sphäroids, durch Um-schwung um die kleine Achse entstanden, allein den Be-dingungen des Gleichgewichtes Genüge leistet? Hat nichtganz zuletzt Ivory abermals mit Zuhülfenahme aller frü-heren Untersuchungen dasselbe Thema von Neuem erörtert?
Diesen gewichtigen Autoritäten ist allerdings wenigentgegen zu setzen, und ich bin weit entfernt, die Resultate,unter den Voraussetzungen, welche diese berühmtenUntersucher zum Grunde legten, zu bestreiten. Allein dasProblem ist so ungemein schwierig, daß die Mathematikmit großer Vorsicht darauf angewendet sein will, und daßnothwendig von Voraussetzungen ausgegangen werden muß,die nicht völlig gewiß sind. Eine Hauptschwierigkeit istdie, daß das Gesetz der Schwere an der Oberfläche derErde von ihrer Gestalt abhängig ist, und daß diese Ge-stalt wiederum von jenem Gesetze abhängt. Darum dür-fen wir uns nicht wundern, wenn die Resultate der ein-zelnen Untersuchungen unter sich abweiche», und wenn siezugleich als sehr ungewiß erscheinen. Denn nach Newtonmußte die Abplattung ^ betragen, wenn Gleichgewichtvorhanden sein sollte; so viel beträgt sie nun gewiß nicht,und dennoch ist das Gleichgewicht nicht gestört. Es müs-sen also noch Dinge einwirken, welche bei der Untersuchungaußer Acht gelassen sind. Nach Huygens müßte die Ab-plattung sein. Legendre findet und Laplace
, Zahlen, die so sehr abweichen, daß man dieserMethode, die Erdgestalt zu bestimmen, kein großes Ver-trauen schenken darf. Es ist daher wohl nicht zu erwarten,daß man sie als Beweis gegen unsere Ansicht gebrauchenwerde.