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Über die Gestalt und die Urgeschichte der Erde : nebst davon abhängenden Erscheinungen in astronomischer, geognostischer, geographischer und physikalischer Hinsicht / von Karl Friedrich Klöden
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sich daö Wasser, und senkt sich dagegen in allen den Punk-ten, die die Sonne im Horizonte sehen, oder denen sie we-nig über oder unter dem Horizonte sieht, um sich da vor-züglich zu sammeln, wo die Sonne im Zenith, und wo sieim Nadir steht.

Auf diesen Unterschied in der Schwungkraft für dieverschiedenen Punkte der Erde ist in der vorigen Darstel-lung keine Rücksicht genommen; sie ist daher noch hinzu-zusetzen zu den dort gefundenen Resultaten, und wird dieWirkung haben, daß sie beide Theile des Durchmessers scund bc um etwas vergrößert. Da aber die Schwung-kraft in demselben Maaße zunimmt, in welchem der Halb-messer des Kreises größer wird, die Anziehungskraft aberumgekehrt, wie das Quadrat des Halbmessers, so wird dieWirkung der letzteren auf a stärker sein, als die Wirkungder Schwungkraft auf t>, und beide Theile des Halbmes-sers bleiben ungleich in der Art, daß der längere Theildem anziehenden Körper zugewendet ist.

Somit wird also die Erde, wenn wir sie uns ohneDrehung und durchaus flüssig denken, nothwendig eineGestalt erhalten müssen, wie wir sie gleich zu Anfang un-seres Werkes entwickelt haben. Man wird aber auch ohnegroßen Fehler den Umfang des Aequatorö als eine Ellipsebetrachten können, durch deren Brennpunkt die Drehungs-achse geht, und diese Vorstellung dürfte um so wenigergegen sich haben, weil sie die ganze Erdgestalt gewohntenVorstellungen näher bringt. Von der wahren wird sieum so weniger abweichend sein, als die Ellipse des Ae-quators jedenfalls nur wenig vom Kreise verschieden ist,und nur eine sehr geringe Excentricität haben kann. Un-streitig nähert sie sich dem Kreise noch mehr, als selbst die