Buch 
Über die Gestalt und die Urgeschichte der Erde : nebst davon abhängenden Erscheinungen in astronomischer, geognostischer, geographischer und physikalischer Hinsicht / von Karl Friedrich Klöden
Entstehung
Seite
283
JPEG-Download
 

283

Ouenot fand aus 1000 (eigenen) Beobachtun-gen den Aequatorcal-Halbmesser — 960",3

Littrow aus 24? DurchgangSzciten — 961",98

In den Jahren 1804 bis 1809 wurde der-selbe gefunden — 960",6

Eine Reihe von Bessel angestellter und vonBrandes reducirter Beobachtungen in denJabren 1816 bis 1818 geben ihn *) — 965",6

diese Zablen sind sämmtlich auf die mittlere Entfernungder Erde von der Sonne zurückgeführt, und es läßt sichwohl mit Sicherheit annehmen, daß so große Verschieden-heiten nicht in Beobachtungsfehlcrn begründet sein können.Es ergiebt sich hieraus, daß wir den Sonnendurchmesserzuweilen um 700 Meilen größer sehen, als zu andern Zei-ten, und wenn auch hierin noch die Größe zweifelhaftbleibt, so ist es doch schwerlich die Differenz.

Aber nicht bloß in verschiedenen Jahren wird derDurchmesser verschieden gesunden, sondern es zeigen sichauch periodische Aenderungen innerhalb eines Jahres, ver-möge welcher sich die MaHma der Halbmesser in denMonaten März, April, September, Oktober, die Minimadagegen im Junius, Julius, December und Januar zeig-ten. v. Lindcnau fand diese Differenz — 1,"35. Wie istnun eine solche Verschiedenheit des Durchmessers zu er-klären? Es scheint mir, als ob es nur auf zweierlei Weisemöglich wäre.

Entweder erleidet die glänzende Hülle der Sonne vonZeit zu Zeit Ausdehnungen und Zusammenziehungcn in der

*) Vorlesungen über dir Astronomie von Brandes Thl. II.S. 74.