nicht die Warme gewesen ist? — Nächst der Wärme wirktnichts so mächtig auf die Pflanzen ein, als daS Licht, undin ihm werden wir demnach das Bedingende zu suchen habe».
Bekanntlich haben die Polargegenden sehr viel bedeck,ten Himmel, und insbesondere sind dicke undurchdringlicheNebel während des Sommers dort außerordentlich häufig,und halten das Licht der Sonne ab; im Winter fehlt dieSonne ganz, und wie wenig die Flechten das Licht liebenoder bedürfen, ergiebt sich schon daraus, daß ein großerTheil unter dem Schnee fortdauert.
Auch in unserem Klima fällt die Zeit der vollestenEntwickelung der Cryptogamen mit der Zeit des bewölk»ten Himmels, der Nebel und der kurzen Tage und langenNachte zusammen. Im Allgemeinen scheinen daher dieCryptogamen bei Nebel und bedecktem Himmel am bestenzu gedeihen. Dafür spricht auch schon die Erfahrung,nach welcher Farrn und Moose am liebsten in dunkelnschattigen und feuchten Wäldern gedeihen, die den Sonnen»strahl abwehren, und die aufsteigende Feuchtigkeit zurück-halten.
Hiernach wird demnach die Achnlichkcit jenes erstenKlimas mit unseren jetzigen Wintergegenden darin bestan-den haben, daß es Nebel und bedeckten Himmel hatte,und hierdurch der Entwickelung von Cryptogamen günstigwurde, die bei einer damit vergesellschafteten Wärme, vor-trefflich und besser als in der jetzigen tropischen Zone ge-deihen konnten, weil diese weniger bedeckten Himmel undNebel hat, als jenes Klima. Aus demselben Grunde aberwurde die Entwickelung anderer Pflanzen gehindert.
Nicht also auf eine Inselwelt scheint mir BrongniartsAngabe zu deuten, sondern auf eine ungemein wolkige und