Buch 
Über die Gestalt und die Urgeschichte der Erde : nebst davon abhängenden Erscheinungen in astronomischer, geognostischer, geographischer und physikalischer Hinsicht / von Karl Friedrich Klöden
Entstehung
Seite
317
JPEG-Download
 

317

feuchte Atmosphäre, und damit sind wir zu derselbe»Vorstellung gelangt, von welcher wir ausgingen. Wennsich die Becken der Kvhlenformation, von welcher wir so-gleich sprechen werden, fast immer in unterbrochenen Rei-hen finden, inselartig, so deutet dieser Umstand wohl we-niger auf wirkliche Inseln, als auf unterbrochene Wälderder ersten Zeit, welche bedeckt wurden, und mit den Torf-mooren den Haupt-Bestandtheil dieser Formation lieferten.

F l ö tz g e b i r Z e.

Sobald die Erde in die Stellung Fig. 10 zurück gekehrtwar, wurde alles, was sich nicht etwa auf die heraus ra-genden Höhen gerettet halte, im Wasser begraben. Eswar jetzt die Zeit, wo die Organismen des Wassers sichin großer Mannigfaltigkeit ausbilden konnten, denn es standmit der Luft in doppelt so starker Berührung, als vorher,und da auf dem Lande sich nichts gestalten konnte, sokonnte die Natur gewissermaßen ihre ganze Kraft auf Mec-resprodukte verwenden. Die vorher entblößte Decke desLandes, welche durch den atmosphärischen und den Dege-tationsprozeß zertrümmert war, wurde nunmehr Meeres-boden. Was sie enthielt, conglomerirten die jetzt nur un-bedeutenden Niederschlage, und zunächst wurden die Trümmerdes Bodens zu einem fcldspathigen Sandsteine verbun-den. Die ganze Vegetation des Landes, aus zahlreichen Ako-tyledonen und Monokotyledonen bestehend, worunter doch schoneinige Dikotyledonen auftreten, wurde zum Theil von demansteigenden Wasser entwurzelt, zum Theil in ganzen Wäl-dern von den Niederschlagen eingeschlossen. Wo sich Treib-