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Über die Gestalt und die Urgeschichte der Erde : nebst davon abhängenden Erscheinungen in astronomischer, geognostischer, geographischer und physikalischer Hinsicht / von Karl Friedrich Klöden
Entstehung
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überschwemmt war, trat wieder eine Epoche ein, welcheder vulkanischen Thätigkeit günstig war, und eS ist wahr,scheinlich abermals das Wasser, welches vorzugsweise zuneuen Eruptionen Veranlassung gab, indem es durch dieSpalten des bloß gelegenen Landes eindrang. Es bra ,chen anS den basaltischen Kegeln, (im Vivarais und Ve,lay, in Auvcrgne, bei Neapel , auf Island , in Siebenbür«gen, auf Guadeloupe , auf Java , in Columbien , in denunter meerischen Solfataren Islands, der Azoren rc.) neueLavanlassen in Strömen hervor, theils feldspakhartig,theils augitisch, leucitisch, theils basaltisch, theils glasig,mit allen bei den fetzigen vulkanischen Eruptionen gewöhn,lichen Erscheinungen, als Lavablöcken, Auswürfe andererFclSartcn, Lapilli, Augit« und Tilansand, Asche, BimS,stein, Schwefel, Alaun rc. Neue Erhebungen scheinen nurtheilwcise und innerhalb geringer Strecken sich haltend,statt gefunden zu haben. Ihre Wirkungen sind mit denender alteren Zeit nicht mehr zu vergleichen; denn die Rindeder Erde ist bis zu einer größeren Tiefe erstarrt, und deSWassers ist weniger geworden. Es dringt nicht mehr soviel in die Tiefe, und die Crddccke setzt dem Ausbrucheder gehobenen Massen einen größeren Wiedcrstand entgegen.Uebrigens dürfte die Entstehung der meisten jetzigen war,men Quellen in diese Epoche fallen.

Während dieser Ereignisse muß aber irgend ein bisjehtnicht nachzuweisender Umstand eine plötzliche Umänderung be,wirkt haben, der die Erde veranlaßte, eine andcreUmdrehungS,achse zu wählen, nämlich ihre jetzige, von der Ursprung»lichen unter einem Winkel von abweichende, und

damit muß auch zugleich ihre jetzige Drehung eingetretensein, die im Verhältniß zu der vorigen ungcmein schnell ist.