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Über die Gestalt und die Urgeschichte der Erde : nebst davon abhängenden Erscheinungen in astronomischer, geognostischer, geographischer und physikalischer Hinsicht / von Karl Friedrich Klöden
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344
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Die Folgen dieses Ereignisses sind unstreitig sehr großgewesen. Betrachten wir dieselben hier nur nach denHauptbeziehnngen.

DaL Feste, welches vorher sich im Verhältniß zu ei-ner langsamen Drehung ins Gleichgewicht gesetzt hatte,mußte jetzt bei dem Eintreten einer sehr viel größerenSchwungkraft andere Unterstützungspunkte suchen, und dieskonnte nicht ohne mannigfaltige Zerreißungen, Zerberstungenund Verschiebungen geschehen, die insbesondere die Ober-fläche der Gebirge treffen mußten, weil sich bei ihnen, we-gen größerer Entfernung vom Mittelpunkte die Schwung-kraft vorzugsweise geltend machte. Verschüttungen, Berg-stürze, Einsenkungcn rc. werden die Ergebnisse dieser Ver-schiebungen sein müssen.

Die Klimate mußten plötzlich sich ändern; denn aufder einen Seite der Erde waren die Pole nach Süden,auf der anderen nach Norden gerückt. Fiel diese Aende-rung in die Zeit unseres jetzigen WinterS, d. h. stand dieErde heliocentrisch im Zeichen des Krebses, so wurde Eu-ropa z. B. unmittelbar aus der Tag- und Nachtglciche,die bis dahin geherrscht hatte, in die Zeit der langen Nächteund kurzen Tage versetzt, aus dem Tropen-Klima in dasder Winterzone.

Die schnellere Drehung konnte sich nicht auf derStelle der Luft mittheilen, und Orkane nebst großen Re-gengüssen, Gewitter rc. mußten davon die Folge sein.Wahrscheinlich wurde dadurch die Kalte in den nördlichenGegenden der Erde heftig genug, um das Wasser überall,wo es nicht durch die Sturmwinde zu sehr aufgerührtwar, plötzlich in Eis zu verwandeln. Hierdurch wird eSbegreiflich, wie man im gefrorenen Sande des Wilui-Flusses