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in der jährlichen größten Abweichung der Sonne. DieErde hat sich stets um dieselben Pole gedreht, sie ist stetsso warm gewesen, als jetzt, und die Lange deS Tages undmit ihr die Drehungsgeschwindigkeit der Erde hat sich nichtum ein Bemerkbares geändert.
Allein die Geognosie zeigt unwidersprechlich, daß eSehedem anders auf der Erde gewesen ist, als jetzt; daß eSeine Zeit gegeben hat, in welcher sämmtliche Gcsteinsbil-dungen von den jetzt sich bildenden ungcmcin abweichen.Sie zeigt, daß eS eine Zeit gegeben, in welcher Pflanzenund Thiere höchst verschieden von den gegenwärtig leben-den waren, und daß ganze Reihen von Gattungen fehlten,die erst spater erschienen. Ihr ins Dasein Treten kanndoch unmöglich anders begreiflich werden, als dadurch, daßAenderungen vorgegangen sind. Um andere Geschöpfe insDasein zu rufen, mußten die Bedingungen der Entstehungsich eingefunden haben. Wäre es nun ehedem aus Erdengewesen wie jetzt, warum gleichen denn die ehemaligenBildungen den jetzigen so wenig? — Worin sollen aberdie tellurischen Veränderungen bestanden haben? Bloß ineiner Abkühlung der Erde? Nicht zu gedenken, daßdiese der Astronom nicht einmal zugiebt, — denn sie hangtmit der Unvcränderlichkeit des Tages zusammen, — sowürde sie allenfalls wohl die Wanderung der Geschöpfeaus der kälteren in die wärmere Zone erklären, nicht aberdas Entstehen ganzer Thierklassen. Die größere Wärmekann eben so wenig die Sache erklären; ohnedies läugnetsie der Astronom, weil sich die Erde sonst abgekühlt ha-ben müßte. Sie kann nur eine größere Verbreitungder Thiere und Pflanzen begreiflich machen, obgleich beider jetzigen Achsenstellung dennoch damit eine so große