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Wir glauben, dieser Schluß sei so bündig, als irgendeiner, der in Formeln dargestellt ist. Nichts dcstowenigerschmeichele ich mir nicht, die nur die mathematische Seiteder Naturkunde beachtenden Forscher damit überzeugt zuhaben. Sie werden weder die Aenderung der Achse, nochdie Aenderung der Drehung, noch die Abkühlung der Erdezugestehen, d. h. also, behaupten, daß es auf der Erde stetsgewesen ist, wie setzt, wahrend die Geognosie behauptet,daß es ehemals ganz anders gewesen.
Beide Wissenschaften treten demnach in ihren Behaup-tungen einander direkt entgegen, und da es hier kein Drit-tes geben kann, und somit beide zugleich nicht Unrecht,aber eben so wenig Recht haben können, so muß einevon ihnen Unrecht haben.
Die Astronomie beweiset, daß innerhalb des histori-schen Zeitraums weder eine Aenderung der Drehung, nochder Achse, noch der Temperatur der Erde bemerkbar ge-worden sei. Sie schließt daraus, daß dies also auchehemals nicht der Fall gewesen. Sie behauptet die Un-vcränderlichkeit durch einen Schluß.
Die Geognosie beweiset, daß vor dem historischenZeitraum andere Wesen vorhanden waren, daß die Klimateeine andere Wärme hatten,*) und behauptet die Verän-derlichkeit durch Thatsachen.
') Vergleiche die Beweise dafür in ^lex. Oicdwns Abhan-lang: Ueber den klimatischen Zustand der Erde vor der allgemei-nen Ucbcrschwcmmung rc. in den ^nnsls ok Fcbk.
März 1825 , deutsch als Anhang zu Cüvicrs Ansichten von derUrwelt, überseht v. Nöggcrath, II. Thl. S. 166,sowie A. Brong-niart: Ueber die Natur der Pflanzenwelt, welche in den verschie-denen Epochen der Bildung der Erdrinde ihre Oberfläche bedeckthat, in Froricps Notizen aus dem Gebiete der Natur- und Heil-kunde, Bd. XXIII. No. 7 . S. S 7 . f.