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wahrscheinlich ehemals hier durchschnitten, was auch künf-tig einmal wieder geschehen kann, da die Sonnenferne sichändert. Indessen ist es nicht wahrscheinlich, daß beide Plane,ten sich zu gleicher Zeit in diesem Knotenpunkte treffen sollten,da die Zeit ihrer Conjunctiv» in diesem Punkte wohl schwer,lich jemals mit der Zeit, wo diese Bahnen sich wirk-lich schneiden, zusammen treffen möchte. Allein wenn sieauch niemals wieder in diesem Punkte zusammen kom,men sollten, so ist es doch sehr wohl möglich, daß sievor langen Zeiten wirklich beide von diesem Punkte ausge,gangen sind, und daß nicht bloß sie, sondern auch die bei,den anderen Planeten ihre Entstehung der Zerstörung einesgroßen Planeten zu danken haben, von welchem sie viel-leicht nur Bruchstücke sind, und von welchem sich noch meh-rere kleinere wie größere Stücke untertreiben können. Die-ser Gedanke veranlaßte Olbers , die Gegenden des Himmels,wo jener Durchschnittspunkt ungefähr liegt, zu beobachten;denn war wirklich hier ein Planet zersprengt, so mußtenauch hier die Bahnen der Bruchstücke einander am näch-sten kommen, obgleich diese durch die Einwirkung der übri-ger, Planeten fortdauernd geändert werden, und eben dieserVermuthung hat man die Entdeckung der Desta zu dan-ken, welche also gewissermaßen jene Vermuthung bestätigte,und auch die Juno wurde wirklich in der Nähe jenes Kno-tens entdeckt. Die aufsteigenden Knoten aller vier Plane-ten liegen sämmtlich im Sternbilde der Jungfrau, die nie-dersteigenden in dem des Wallfisches, welcher Umstand sehrfür Olbers Ansicht spricht. Nach ihm ist die Zersprengungdes Planeten entweder durch innere Kräfte, oder durch denAnstoß eines Kometen erfolgt, und zwar nach einer unge-fähren Zurückrechnung, wann die beiden gedachten Bahnen
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