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hungsachse die kürzeste Linie des Körpers, und damit eineHauptachse desselben. Ohne auf die kleinen Oscillationenderselben hier Rücksicht zu nehmen, wird sie deshalb beider Drehung eine freie Achse, und nur um diese, oder eineder beiden anderen Achsen kann die Rotation statt finden.Wie kann die Erde nun später um eine davon ganz ab-weichende Linie schwingen?
Dieser Einwand scheint von Gewicht, und würde essein, wenn wir mit einem durchaus festen Körper zu thunhätten. Jene erste Drehungsachse ist allerdings die kleinsteAchse unseres festen Körpers, und in dem ersten Zustandeauch die der flüssigen Bedeckung. Die Linie, welche durchdie Punkte der späteren jetzigen Pole geht, ist größer, dochist der Unterschied, (29^ von der vorigen entfernt) nichtbedeutend. Jede Linie durch den festen Körper, bis zurOberfläche des Wassers gelegt, ist größer, als diealte Drehungsachse, deren Pole anfangs ebenfalls mitWasser bedeckt waren, (Fig. 9) welches sich jedoch schonbei der ersten eingetretenen langsamen Drehung erniedrigte.
Demnach war jeder Durchmesser mit der, seine En-den bedeckenden Wasserdicke größer, als die Drehungs-achse ohne Wasser. Es wird daher wohl möglich sein,daß es noch Durchmesser gab, deren Länge ohne dieWasscrdicke, welche ihre Enden bedeckte, eben so groß war,als die alte Drehungsachse, und weil nach unserer Ent-wickelung ein auf die Linie apb Fig. 10 senkrecht geführ-ter Schnitt ursprünglich einen Kreis gab, in einem solchenaber jeder Durchmesser eine freie Achse giebt, so sind auchiu diesem Körper die Durchmesser nur in so weit verschie-den, als sie durch die späteren Niederschlage verlängertwurden, was in der Rahe der Pole nur unbedeutend oder