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Bericht über die Arbeiten zur Reform der schweizerischen Urmaasse / von H. Wild
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dass der ganze Apparat sammt den Meterstäben in einen Trog mit gestossenem Eise gesetztund mit letzterm bedeckt wurde, um die wahre Länge unsers Meters bei 0° zu erhalten;zum Theil wurde sie aber auch durch die mangelhafte Construction des Comparators selbstbedingt, da bei demselben die unveränderte Entfernung der Drehungsaxen der Fühlhebel nichtgehörig garantirt, sowie die freie Ausdehnung der aufgelegten Stäbe gehemmt war. Nachvielen Vorversuchen mehrmaliger Keinigung und sorgfältiger Prüfung aller Theile desApparates gelangten wir zur Ueberzeugung, dass für eine einzelne Messung ohne wesentlicheVeränderungen an demselben keine grössere Genauigkeit als 1 jioo Millimeter zu erzielen sei.Da aber die Ausführung solcher Veränderungen zu viel Zeit beansprucht hätte, so beschlossenwir, behufs Erreichung einer grossem Genauigkeit das Mittel aus einer grossem Zahl vonMessungen zu nehmen. Leider machte es die Einrichtung der Fühlhebel unmöglich, unsermitgebrachtes Glasmeter mit sphärischen Endflächen zu vergleichen; wir mussten uns alsozu dem Ende auf das inzwischen fertig gewordene Meter von Collot beschränken. Es ist diessein Stab von Messing mit plauen Endflächen, in deren Mitte breite Goldstifte ein-gelassen sind.

Sowohl die Wägungen als die Messungen mit dem Längencomparator wurden in dernach Südost gelegenen Gallerie des Conservatoire ausgeführt, in welcher die auf Mass lindGewicht bezüglichen Gegenstände aufbewahrt werden. Diese weite Gallerie ist zu ebener Erdegelegen, hat einen steinernen Fussboden und ist, abgesehen von der Strahlung der Sonnewährend des Vormittags, wegen der Constanz der Temperatur sehr zu solchen Operationengeeignet.

Sämmtliclie unmittelbare Beobachtungen wurden sofort in das Beobachtungsjournal dereidgen. Normal-Eichstätte eingetragen.

Die Vergleichungen unsers vergoldeten Messingkilogramms mit dem Platinkilogrammdes Conservatoire erfolgten am 24., 25. und 28. April. Da dieses Kilogramm nur ein pro-visorisches Muttermass sein sollte, so wurden dieselben von den Unterzeichneten allein aus-geführt und auch der beigelegte Verbalprocess darüber nur von uns aufgenommen undunterzeichnet, i) Diesem Verbalprocess zufolge, auf den wir in Betreff aller nähernDetails verweisen, ist im luftleeren Kaum das vergoldete Messingkilogrammoder das provisorische Muttermaass des Gewichts für die Schweiz (S) um10,61 Milligramme leichter als das ältere Platinkilogramm des Consei-vatoire des Arts et Mötiers (C).

') S. § 2.