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Die Kunstwerke der belgischen Städte / erläutert von Jacob Burckhardt
Entstehung
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104
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Brüssel

Die Cathcdrale fSninte Guflute} , 1226begonnen, 1272 der Vollendung nahe. Grosse drei-schiffige Kirche mit einfachem Querbau und byzanti-nischem Kapellenumgang; vorn eine mächtige Faijadcmit zwei stumpfen Thürmen und drei l'ortalen; dasGanze auf mächtiger Substruction im obern Thcileder Stadt erbaut. Das grosse mittlere Spitzfensterlind der darüber befindliche Giebel deuten auf deut­ schen Einfluss hin, während der eigentlich französischeGrundcharakter klar genug in der oberflächlichen Be-handlung der Strebepfeiler, in den viereckigen, stum-pfen ( übrigens völlig vollendeten) Thürmen und derendurchbrochncm Zinnenkränze sich ausspricht. (Der fran-zösische Kirchthurm folgt, wie oben bemerkt worden,der Analogie des Festungsthurmcs; er endet stumpfund trägt Zinnen.) Auch sind die vier Seiten der Thürmcals Wände behandelt, während sie sich an den gutendeutseh-gothischen Kirchen in lauter schlanken, tra-genden Gliedern auflösen. Das Innere sehr würdigwenn auch nicht von deutscher Schönheit der Verhält-nisse und Formen. Kundsäulen tragen das Hauptschiff;ihre Basis ist rund, ihr Capitäl besteht aus einfachenBlätterlagcn. Die vier Hauptstützen des Kreuzes sindebenfalls runde Säulen, und zwar von sehr grosser