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Die mittleren Hochländer des nördlichen Deutsch-Ost-Afrika : wissenschaftliche Ergebnisse der Irangi-Expedition 1896-1897 nebst kurzer Reisebeschreibung / im Auftrage der Irangi-Gesellschaft hrsg. von dem Führer der Expedition C. Waldemar Werther; unter Mitw. von Bruno Hassenstein ... et al.
Entstehung
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Wasukuma, die ebenfalls Gras abrupften und auf den Schädel streuten, erfuhrich, dass diese Sitte besteht, um ein Unglück auf dem Weitermarsch abzu-wenden. Durch einen Einschnitt in den Senyamba-Bergen gelangten wir an-deren' Tages in die Iramba-Landschaft Kinyangiri.

Iramba besteht aus den Gebieten von Likuyu, Lishongo, Kinyakumi,Guunde und Kinyangiri, von denen Lishongo auf dem grossen Plateau liegt,desgl. die Osthälfte von Likuyu. Die Westhälfte dieser Landschaft liegt amAbhange und den Vorbergen des Plateaus nach der Wembere-Steppe und indieser selbst; Kinyakumi und Kinyangiri nehmen das Thal des Dulumo- bezw.des Mumpiula-Flusses ein unterhalb des Ostabfalles des Plateaus, Guunde denwestlichen Teil der Berge, in denen Iyambi liegt. In Iyambi selbst wohnen,wie wir noch sehen werden, auch grösstenteils Waniramba.

Ganz Iramba ist ein fruchtbares Land bis auf das kleine Stück in derWembere-Steppe, doch wird da hauptsächlich Viehzucht betrieben; es ist in-dessen in den besten Strichen sehr dicht bevölkert und schon zu lange undintensiv in Benutzung, um noch für edle tropische Kulturpflanzen in Betrachtzu kommen.

Die Waniramba 1 ) sind schon sehr eingehend von Dr. Stuhlmann be-schrieben worden, sodass ich mich auf weniges beschränken kann. Hierbeimöchte ich bemerken, dass es eigentlich sehr undankbar ist, Kleidung und Ge-räte von Völkerschaften vollkommen detailliert zu beschreiben und besonderssie als charakteristisch für dieselben hinzustellen, da die Leute, wenn auchnicht so oft wie wir civilisierten Kulturmenschen, so doch hie und da ihre Ge-bräuche verändern, und speziell Kleidung, Ornamente auf Geräten und dergl.auch dort den Moden unterworfen sind, sodass ein späterer Reisender oft dasnicht mehr als richtig befindet, was ein früherer mit apodiktischer Gewissheithingestellt hat.

Das Kiniramba, die Sprache von Iramba, ist nahe verwandt mit demKinyaturu, der Sprache von Turu, und nur gering dialektisch unterschiedenvon dem Kinissansu. Es ist eine Bantu-Sprache. Einzelne Worte sind diegleichen wie im Kinyamwezi; doch verstehen die Wanyamwezi das Kinirambanicht. Ob fremde Bestandteile in derselben sind, konnte ich mangels Zeitnicht feststellen.

Die Waniramba wechseln in der Farbe von hellbraun bis schwarzbraun,doch herrscht letzteres vor. Sie haben als Stammesmarke die schon vonDr. Stuhlmann beschriebenen zwei Schnitte auf den Wangen. Sie bauenniedere Temben, die den Temben der Wanyaturu ähnlich sind, teils einzelnstehen, teils als Gehöfte zusammenliegen und dann mit lebenden Dornheckenumgeben sind. Die Dörfer, welche in der Wembere-Steppe gelegen sind,haben schon vielfach infolge ihres lebhaften Verkehrs mit den Wanyamwezideren Bauart angenommen. Die Leute pflanzen meist Uwele, Erdnüsse undGurken, ferner auch Tabak, Viehzucht wird in grossem Massstabe getrieben.

] ) Waniramba nennen sich die Leute und nicht Wairamba, Wanyairamba oder Waramba,wie öfters geschrieben wird.