Der untere Keuper. Fundplätze.
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vielfach), eine landschaftlich recht typische Terrasse, unter■welcher die Gypsmergel in steilen Halden erscheinen.
Eine eigenthümliche Erscheinung endlich sind Mergelknollenoder Geoden, die innen hohl und mit Kalkspathkrystallen ausgekleidet,oft zu Hunderten sich einstellen und in der Remsgegend charakteristischgenug vom Volke »Grieben« genannt werden. Auch für die Keuper-mergel selbst haben die Leute ihre oft treffenden Localnamen; in derStuttgarter Gegend z. B. heissen diese Gypsmergel wie die höherenbunten Mergel »Leberkies«, in der Heilbronner kurzweg »Leber«, beiden Remsthälern »Kerf«; sie werden überall als Dungmittel für dieWeinberge eifrig geholt. Auch eine, freilich zu den diis rainorumgentium gehörige Mineralquelle, das sogenannte Theusserbadbei Löwenstein, hat in diesen Schichten ihren Ursprung.
Sollen wir noch besondere Fundplätze für diese Schichten nennen, sowären es etwa die folgenden: ( Cyclas) Corbula Keuperina kommt vor bei Rott-weil, Sindelfingen (Fussweg nach Maichingen), in der Stuttgart -Leon-h e r g e r Gegend; hei Grossbott war bildet die mit diesen Schalen sich füllendeMergelbank eine förmliche Terrasse (Weg zum Wunnenstein bei Signal 227 m).Die kaum bestimmbaren grösseren Bivalven zeigen sich in denselben Bänken;so z. B. am Binsenberg westlich Oberurbach ein ganzes Lager mit Anodontaund Anoplophora, vielleicht dieselbe Muschel, die im Steigerwald des Franken-lands, ebenfalls eine Bank bildend, von Münster Modiola dimidiata genanntwurde. Mit derselben zugleich kommen dort auch Estheria- (Posidonia-) Schalenvor, wie ganz ähnliche Quknsteijt von Tübingen („hart unter dem krystallisirtenSandstein,“ also ans mittlerem Keuper) abbildet. Aehnliche Sächelchen bekommtman am Michelsberg bei Bönnigheim , wo in der obersten Schichte blaugrauerMergel (über den dortigen „Mergelschlacken“, s. oben) ein ganzes Lager vonAnatina liegt, desgleichen in den Steinmergelbänken an dem Weg von Sers-lieim nach Horrheim . Das Schneckchen ( Natica ) ist. bis jetzt hauptsächlichbei Stuttgart gefunden, wo (am Bopserbrunnen, unmittelbar über den Gypsenin einer Steinmergelbank) seiner Zeit auch die Cyclas in Gemeinschaft mit einerMenge von Knochen und Knöchelchen (von Fischen) zu holen war.
Noch fügen wir ein paar weitere Localitäten an, die namentlich in letzterZeit viel ausgebeutet worden sind.
Als erste und wichtigste nennen wir den Stiftsberg, 2*/» km nördlichvon Heilbronn und den Trappensee 4 km östlich von der Stadt. Der Stifts-l>erg, der letzte Ausläufer der Löwensteiner Berge, erhebt sich als vorgeschobenerPosten über der Strasse Heilbronn—Neckarsulm und zeigt den Keupergyps zwarnur noch in einer Mächtigkeit von 87 m (der Wartberg 146 in), ebenfalls miteiner darauf lagernden Decke von Schilfsandstein; dagegen enthalten die in denunteren Gypsschichten durchziehenden 20—30 cm mächtigen Steinmergel-bänke, von den Arbeitern „Wacken “ genannt, die Bleiglanzbank in ganz be-sonderer Schönheit. Das Erz findet sich in 5 mm grossen Oktaedern, die inRothkupfererz übergehen und aussen noch einen Malachitanflug zeigen. Mitdiesen Krystallen zusammen kommen Corbula (Cyclas) in Menge vor; manchmalsind deren Hohlräume von Bleiglanz ausgefüllt. Palaeontologisch noch interes-santer ist der Platz am Trappensee (Mergelgrube nördlich vom See), wo nebender Corbula auch eine grössere Bivalve ( Anodonta oder Anoplophora) erscheint,als grosse Seltenheit wohl auch der Hohlraum einer Myophoria , die mit deralpinen M. Raibliana identificirt wird.
Für die oberen Gypsbänke, d. h. den Horizont der Anodonta Keuperinaist ebenfalls die Heilbronner Gegend sehr zu empfehlen. Die genannte Muschelkommt in oft recht schönen Exemplaren (5—10 m unter dem Schilfsandstein)vor: an der Steige von Weinsberg nach dem Jägerhaus, an den grossen