Buch 
Geognostischer Wegweiser durch Württemberg : Anleitung zum Erkennen der Schichten und zum Sammeln der Petrefacten / von Theodor Engel
Entstehung
JPEG-Download
 

198

Brauner Jura . Allgemeines.

'G. | Raricostatenlager: Ammonites raricostatus.

1 ! Oxynotenschieht: Ammonites oxynotus.

j I Tut neri- Thon: Ammonites Turneri, Terebratula Turneri.

Oelsehiefer: Cidaris olifex.

ö Arietenkalk ((irypliiten- oder Arcnatenbänke): Arieten.

§ Angulatensand stein (Thalassitenschichten): Ammonites angulatus,3 Thalassites concinnus.

Psilonotenbank: Ammonites psilonotus.

Bonebed oder Bonebedsandstein (oberster Keuper).

Wie man aus diesem Profil ersieht, sind es hauptsächlich dieAmmoniten, die durch ihre bestimmte Zoneneinhaltung ganz besonderszu Leitmuscheln sich eignen, und wir bemerken nur noch, dass diegesperrt gedruckten Schichtennamen innerhalb jedes Buchstabens (ausserLias a, wo man sich 3 Unterabtheilungen merken muss) zugleich jeweilsfür die ganze Schicht gebraucht werden können.

2. Der Braune Jura,

von Franzosen und Engländern Oolith oder Dogger genannt, Namen,die häufig genug jetzt auch bei uns gehört werden, von denen wir aberhöchstens den ersteren passiren lassen können, wie er auch auf dengeologischen Karten unseres Landes (»0«) Aufnahme gefunden hat.Denn der »Oolith«, d. h. Eisenrogenstein (s. oben), erscheint jetztso häufig und drückt dem Gebirge so sehr Gepräge und Farbe auf,dass man immerhin die ganze Formation darnach heissen mag. DenNamen »Dogger« dagegen, eine lediglich englische Provincialbezeichnung,sollte man in Schwaben wenigstens vermeiden, um so mehr, da wirbereits in der Farbenskala (schwarz, braun, weiss) ein so treffliches,der Natur abgelauschtes Unterscheidungsmerkmal der drei Hauptgliederunseres Jura besitzen. Es kommt dabei auch das Weitere in Betracht,dass zumal in Frankreich das, was wir »Braunen Jura« heissen, weit-aus die Hauptmasse des Jura als solchen ausmacht, so zwar, dass dortüber den »Oolith«-Hügeln keine weiteren Berge mehr ansteigen, wiedies in unserem »Weissen* der Fall ist, der sich als eigentliche A1 büber den Vorhügeln des »Braunen« erhebt. Würde man dannvollends der fremden Gruppirung folgend unsern Braun a, wie es allwärtsin England und Frankreich geschieht, zum Lias hinabziehen, so bliebenfür den (mittleren und oberen) Br. Jura, der dort freilich Hundertevon Meter mächtig entwickelt ist, bei uns kaum etliche Meter Gesteinübrig, ein durch und durch unnatürliches Schichtenverhältniss, das zeigt,wohin man mit künstlichen Parallelisirungsversuchen gelangt. Bleibenwir also bei unserer bewährten schwäbischen Eintheilung und Nomen -clatur stehen und fassen das Gebirge vom Opalinus- bis zum Or-natenthon als Braunen Jura zusammen, so haben wir damit auchin orographischer Hinsicht ein ausgezeichnetes Landschafts-bild skizzirt, dessen Zusammengehörigkeit jedem in die Augen springenmuss, der vom Unterland aus der Albkette sich nähert.