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Johann Lulofs Prof. der Math. Astr. und Philos. et. etc. in Leiden Einleitung zu der mathematischen und physikalischen Kenntniss der Erdkugel / aus dem Holländischen übersetzet von Abraham Gotthelf Kästner, Mathem P.P.E.
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Betrachtung von der Geſtalt der Erdkugel. 27

welcher eben die Breite wie der Punkt G auf der Oberflaͤche der laͤnglicht rundenErde hat, weil die Bogen der Breite einander gleich ſind, wenn man nun die Linienund II, rechtwinklicht auf die Are ziehet, werden ſie die Halbmeſſer der Paralleltreiſe ſeyn, die bey der laͤnglicht runden Erde durch G, und bey der kugelrund nErden durch J gehen. Nun iſt GI kleiner als I, deroharben muͤſſen die Gradeder Lange in eben derſelbigen Länge kleiner ſeyn, wenn die Erde langlicht rund alswenn ſie kugelrund iſt. Dieſes hat der Herr von Maupertuis ) ſehr ſcharfſin-nig und allgemein bewieſen, woraus man nach Verſchiedenheit der Meſſungen beſondere Beweiſe machen kann, wie wir in der Folge ſehen werden, doch es ſcheinet, alshatten die Herren von der Academie der Wiſſenſchaften ſelbſt kein groſſes Vertrauenzu dieſen Meſſungen gehabt, indem der Herr Caſſini ſelbſt ſaget:) Wir wol-len auf dieſe Unterſuchung nicht mehr bauen, weil es einen Unterſchiedgiebt, davon wir die Folgen laͤngſtens aus den Wahrnehmungen der Stern-ktmdigen von dieſer Akademie erwarten, die theils nach dem Aequator, theilsnach dem Nordpole gegangen ſind, um daraus die Geſtalt der Erde of-fenbahrer zu beſtuünmen. Und der Herr von Maupertuis J) ſagt uberhaupt, daſtman die Wahrnehmungen welche in Frankreich waren angeſtellet worden, nicht fuͤtzulaͤnglich gehalten habe, der Erde eine länglicht runde Geſtalt zu zu eignen. Wirwerden in der Folge ſelbſt ſehen, daß durch den Herrn Caſſini in Frankreich ſind Wahr-nehmungen und Abmeſſungen angeſtellt worden, welche dieſe erſten Abmeſſungen desParallcles mit dem Aequator auf einmal umſtoſſen.

25. h.

Um deſto genauer zu verfahren, hat der gegenwaͤrtige Konig in Frankreich Ludewig XV. den Herren von der Akademie der Wiſſenſchaften aufgetragen, einenGrad des Mittagskreiſes, oder die Breite nahe an den Aequator, und einen andern nahean dem nordlichen Polarkreiſe zu meſſen, um ſolcher Geſtalt, nicht nur aus Vergleichungeines dieſer Grade mit einem Grade der Breite in Frankreich zu ſeben, ob die Erdelaͤnglichtrund, oder ob ſie eingedrückt iſt, ſondern auch durch Vergleichung der beyden aͤuſſer-ſten Grade, die wahre Geſtalt der Erden ſo genau als moglich iſt auszumachen. ImJahre 1736 reiſeten die Herren Maupertuis , Clair aut, Camus, und der juͤngerele MWonnier, nebſt dem Abte Gucthier nach Lapland, weiches unter das Gebiethevon Schweden gehoͤret, wo der beruͤhmte Celſius, Lehrer der Sternkunde zu Upſalſich zu ihnen einfand, da indeſſen ſchon im Jahre 1735 die Herren Bouguer , Godin,la Condamine, de Juſſien, und Couplet nach Quito in den noͤedlichen Theilevon Peru und bey nahe unter dem Aequator gegangen waren.

Oben1) Alem. de] Acad. 173 3. P. 218. iu. de] Acad. 173 c. p. 66.& ſaiv. und vor4 Aſem. de l Acad. 1736. p. 405. nehmlich o αναντfττ˙ N dans les Mem. del Acad.1) La kigure de la Terre determinte, duns 1736. f. 62. ui v.la Preface p. 10. e ſuiv. ſiehe auch! Riſt.

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