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Johann Lulofs Prof. der Math. Astr. und Philos. et. etc. in Leiden Einleitung zu der mathematischen und physikalischen Kenntniss der Erdkugel / aus dem Holländischen übersetzet von Abraham Gotthelf Kästner, Mathem P.P.E.
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VI Taf.28 Fig ·

Betrachtung von dam Wende

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verhaͤlt ſich di⸗ Vermehrung der Schwere zu der ganzen Oi vere, die der Mondhaben würde, wenn er nch auf der Obergache der Erde ee, wie 121 34½.Der mittlere Aöſtand des Mondes von der Erde aber i ute ndern e Halbmeſſer der Erde und alſo um 126 gröſſer als wir bier angenommen haben, weil ſichnun dieſe Vermehrung der Schwere zu der Schwere der Erde gegen die Sonne ver-hält, wie die Entfernung des Mondes, die wir um 1 3 grôſſer ſezen, zu der Entfernung der Erde von der Sonne wie wir oben(96. F. geſehen haben, ſo muß auchdieſe Vermehrung der Schwere 15 groͤſſer geſetzt werden, ſo daß ſie ſich zu derSchwere, die der Mond auf die Oberfläche der Erde gebracht haben wurde, wie 145zu 64317 oder wie 1 zu 638099, 5 verhalt.

10t. G.

In der Folge wird dienlich ſeyn, auch zu unterſuchen, was fuͤr eine Veraͤnderungin der Schwere des Mondes durch die Wuͤrkung der Sonne verurſacht wird, wenner ſich mit der Sonne in der Cenjunction oder Oppeſitien befindet. Man ſetze zudieſer Abſicht wiederum, die Sonne ſey in 8, die Erde in J, und der Mond in L.und ſolchergeſtalt in Conjunction mit der Sonne. Man ſieht alsdenn, daß di Erdeund der Mond beyde in einerley Richtung, welche TS anzeiget, nach der Sonnegezogen werden. Doch weil T S groͤſſer iſt als LS, wird der Mond ſtaͤrker alsdie Erde gezogen, und derohalben von der Erde gleichſam mit einer Kraft weggezo-gen, welche der Unterſchied zwiſchen der Kraft iſt, damit der Mond und derjenigen,damit die Erde nach der Sonnen gezogen werden, und dieſe Kraft vermindert dieSchwere des Mondes auf die Erde.

2. F.

Die Kraft der Sonne um die Schwere des Mondes gegen den Mittelpunktder Erde zur Zeit ihrer Conjunction zu vermindern, läſt ſich auf folgende Weiſe beſtimmen. Die Kraft, mit welcher der Mond in V. ſich bemuͤhet, ſich der Sonne zunähern, verhält ſich zu der Kraft der Erde in T nach der Sonne zu gehen, wie dasQuadrat von S J, zu dem Quadrate von SL, weil die Kraſt der Schwere in derverkehrten Verhaͤltniß des Quadrates des Abſtandes vermehret wird. Der Unter-ſchied dieſer Krafte must alſo durch 8 1 4 8 JJ ausgedruckt werden, und folglichiſt die Krakt, wodurch die Schwere des Mondes auf die Erde in dieſem Falle ver-mindert wird, zu der Kraſt, mit welcher die Erde ſich der Senne zu nähern ſtrebet,wie ST 48L zu SL J; das iſt bey nabe wie 2 L. T zu LS, oder TS: denn LSund Ts ſind nicht ſehr von einander unterſch'eden, weil die Sonne mehr als drey-hondertmal weiter von der Erde iſt als der Mond, und der Unterſchied zwiſchen zweyWVierecken, deren Wurzeln wenig unterſchieden ſird/ iſt rach Proportion noch einmal ſo großals ber Unterſchied zwiſchen den Wurzeln. Dieſes letztere, denenjenigen, die wenigin den Gruͤnden der Meßkunſt erſapren ſind, zu zeigen, ſete man die eine Wurzelſey