152 Betrachtung von der Juſeln und Halbüzzeln
Heumonath ſabe man 17 oder 18 ſchwarze Klippen, die aus dem Grunde der Seeaufgeworfen wurden, und in wenig Tagen die Inſel vergröſſern halfen. Den 18 ſa—he man das erſte mal einen dicken Rauch aufſteigen, und hoͤrte ein dumpfichtes Ge—thoͤne, das aus dem Innern der Inſel hervorkam, den 29 zeigte ſich das Feuer an-faͤnglich ſchwach, ward aber nach und nach ſtaͤrker. Ohngefehr um das Ende desAuguſts verſtaͤrkte ſich das unterirrdiſche Gethoͤne, ſo daß es klang als wuͤrden ſechsbis ſieben Stücke grobes Geſchuͤtz zugleich los gebrannt, es wurden wieder Felſenwie Bomben in die Hoͤhe geworfen, und fielen weiter als 7 Meilen davon in dieSee. Den 6 Junius 17u nahm das neue Eiland noch in der Laͤnge zu, ſo daß eswohl ſechs Meilen im Umfange hatte, das Getoͤſe daurete noch, war aber ſchwaͤcherals vorhin. Andere ſonderbare Begebenheiten von nicht geringerer Wichtigkeit, uͤber-gehe ich der Kuͤrze wegen, weil der niederländiſche Leſer ſchon Gelegenheit hat, ſichſolche bekannt zu machen 7). Der P. Gorre hat an angefuͤhrtem Orte noch mehrUmſtaͤnde erwaͤhnet 2), und ſetzet hinzu, es ſey dieſes nicht das erſte mahl, daß ſol-che Naturwunder bey Sant⸗Exrimi geſchehen ſind, denn es ſeyn auch drey anderekleine Inſeln(von dem zwo in der Bay von Sant Erini liegen, die dritte etwasauſſer derſelben,) aus dem Boden der See aufgeworfen worden. Die erſte ſeyHiera jetzo Megali Kammeni, die wir oben aus dem Plinius ſchon erwäͤhnethaben, die zweyte Mikri Kammeni, oder die kleine verbrannte Inſel, welchenach Berichte der Einwohner von Sant Erini, im Jahre 1573 entſtanden iſt, zwi-ſchen ihr, und der groſſen Kammeni, erhob ſich 1707 das neue Eiland. Die dritteliegt auſſer der Bay, und heiſt bey den Griechen Aſproniſi, oder die weiße Inſel,weil die Erde damit ſie bedeckt iſt, ſo weiß als Kalk iſt, vielleicht iſt es die InſelThia die Plinius erwaͤhnet 2). Etwas dergleichen hat ſich auch bey Erhebungdes ſo genannten Sunk⸗Island im Sumber ereignet: Seit dem Jahre 1666 hates ſich erhoben, da es zuvor nur bey niedrigen Waſſer zu ſehen war. Es hat 9engliſche Meilen im Umfange und giebt ſchoͤne Weiden fuͤr Schaafe, auch Korn undHeu. Man kann dieſe Erhebung nicht einer ploͤtzlichen Entzuͤndung unterirrdiſcherFeuer zu ſchreiben, weil ſie dazu viel zu langſam vorgieng 4). Sie ſcheinet ſich viel-mehr von Zeit zu Zeit auf ſolche Arten aufaehaͤuft zu haben, wie wir in der Folge,bey der Abhandlung von den verſchiedenen Veranderungen welche dle Flaͤche der Er-den erlitten hat, anzeigen werden.
138. F.
In vorhergehender Abtheilung ſahen wir, daß das neue Eiland welches zwi-
ſchen Michael und Tercera im Jahre 1720 entſtand, wiederum abzunehmen ange-fan gen) Siehe Kiſt. de Acad. Rey 1705. p. 28. 2) Tranſ Abridg. l. c. p. 200. Ge.
& Jui v. Phil. Tranſ. Abridg. Lol. F. P. 2. p. 4) Hist. Nat. L. 2. C. 87.196 213. woraus ein Theil in den Naruur. 6 Siehe Pbil. Tranſ. Abrigd. Lol. 4. P.tundige daunmertingen. 1 Th. Fag. 480. u. f. 2. P. 281.über fetzt iſt. Acnſt. 1753.