Betrachtung von den Inſeln und Salbinſeln. 153
fangen hat, und mit der Oberflaͤche der See gleich ſtehet, ſo daß vlelleicht jetzo nichtsmehr davon uͤbrig ſeyn wird. Dieſes wird niemanden befremden, wenn man aufandere Beyſpiele, verſunkener Eilande Achtung giebet. Wir wollen uns mit der In-ſel Atlantis nicht aufhalten, von welcher Plato in ſeinen Schriften ſo viel geſagthat, die durch Erdbeben und andere Urſache unter Waſſer ſollte geſetzet ſeyn, dennman hat Grunde dieſes alles mehr fuͤr ein Gedichte als fuͤr eine wuͤrkliche Begeben-beit zu halten. Er giebt vor, ſie ſey groͤſſer geweſen als Aſien und Lybien zuſam-men, anderer bundige Einwendungen die Joſeph Acoſta beybringet c) jetzo nichtzu erwähnen. Man hat auch neuere Beyſpiele von verſunknen Inſeln, auf die manvielleicht mehr Vertrauen ſetzen darf, wenigſtens entdeckt Verdries 4) daß im Jah-re 1718 einige Inſeln durch Erdbeben vergangen ſind. Wie es nun geſchehen iſt daßBerge eingeſtuͤrzet ſind, wie wir in der Folge ſehen werden, ſo iſt es auch kein Wun—der, daß Inſeln, die man als große Berge, deren Fuß in dem Boden der See iſt,betrachten kann, einſtuͤrzen, wegſinken, und alſo verſchwinden, beſonders da durchdie Wuth des Feuers unter der See, Hohlen und gleichſam Graben konnen ausge-arbeitet werden, dieſe Klumpen einzunehmen. Sollten uͤber dieſes, beſtaͤndig an-haltende Winde, heſtige Regenguͤſſe, und Seeſtroͤme, nicht nach und nach ſovielvon den Inſeln wegnehmen, abſpuͤlen, und verzehren koͤnnen, daß ſie endlich ganzund gar ins Waſſer ſturzten? Ich will hier von den Inſeln nichts erwaͤhnen, dienach und nach durch natuͤrliche Urſachen, ſind ans Land gehenckt worden, auch nichtvon andern, die wie wir geſehen haben, durch natuͤrliche Urſachen vom feſten Landeſind abgeriſſen worden. Ich ſpare dieſes zu der umſtaͤndlichen Abhandlung der Ver-änderungen die ſich auf der Oberflache des Erdbodens ereignet haben.
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Nachdem wir nun die Inſeln uͤberhaupt be. achtet haben, wollen wir derſelbenbeſondere Arten etwas genauer anſehen. Man pfleget ſie in drey Arten, groſſe,mittelmäßige und kleine abzutheilen; wir wollen ſolche auch kurzlich in dieſer Ord—nung erzaͤhlen und beſchreiben, wiewohl wir viele von der kleinſten Art die nicht be-ſonders merkwürdig ſind, uͤbergehn werden. Wir wollen darinnen der Ordnung fol-gen, die wir oben beym feſten Lande beobachtet haben.
140. 6.Unter die groſſen Inſeln in Europa rechnen wirJ. Engelland und Schottland , die zuſammen eine einzige Inſel ausmachen,welche nur durch eine enge Durchfahrt, die insgemein der Canal heiſt, von Frank-
127. 04) Phyſ. Part. Spec. Cap. 4. J. 2.* 5
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