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Johann Lulofs Prof. der Math. Astr. und Philos. et. etc. in Leiden Einleitung zu der mathematischen und physikalischen Kenntniss der Erdkugel / aus dem Holländischen übersetzet von Abraham Gotthelf Kästner, Mathem P.P.E.
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Betrachtung vom Innern der Berge. 209

vom Eingauge iſt eine Grube, tiefer als 8 Nerds, ſonſt iſt der Grund eben, auf elneLänge von 200 Yards. Obwohl dieſe Hohle beſtaͤndig, ja ſelbſt im Winter ſo trocken iſtals nur ein unterirrdiſcher Ort ſeyn kann, ſo giebt ſie doch oftmahls eine ſolche MengeWaſſer von ſich, daß die herumliegende Felder auf 20 Fuß tief unter Waſſer ſtehen.Die Zeit von dieſer Ueberſchwemmung laͤſt ſich nicht genau beſtimmen, gemeiniglichgeſchiehet es drey oder viermal in einem Jahre, da das Waſſer mit einer unglaubli-chen Geſchwindigkeit einen oder zweene Tage lang aus der Oefuung der Hoͤhle ſo wohlals aus einigen andern kteinen Hoͤhlen da herum, hervor bricht, nachgehends kehretdas Waſſer durch eben den Weg wieder zuruͤcke, doch langſamer als es gekommenwar, und laͤßt einen Schlamm nach ſich, der die Felder fruchtbar machet.

220. F.

In Deutſchland befinden ſich verſchiedene merkwuͤrdige Hoͤhlen, worunterman zuerſt die Baumannshoͤhle im Herzogthum Braunſchweig rechnen muß,welche genauer bekannt worden iſt, ſelt dem der Herr von der Hardt t) eine ſchöͤ-ne Beſchreibung und verſchiedne Abbildungen davon mitgetheilet hat. Sie iſt gleich-ſam in 6 be ſondere Hoͤhlen vertheilet, die durch geraume Gaͤnge mit einander Ge-meinſchaft haben, und in jeden findet man viele Naturſpiele welche durch das tropf-ſenweiſe nie derfallende Waſſer ſind gebildet worden. Zum Exempel in der erſtenHoͤhle ſiehet man bey einem Waſſerbehaͤltniſſe eine kniende Weibsperſon, etwas wei-ter einen angenehmen Brunnen, ferner einen Altar. In der zweyten zeigen ſichdrey Moͤnche mit ihren Kappen nebſt einer Orgel. In der dritten findet man einegroͤſſere Orgel mit vielen Pfeiffen verſehen, wie auch einen Taufſtein, der allezeit mlthellen Waſſer gefuͤllet iſt. In der vierten zeiget ſich, wie eine ſteinerne Tafel mitSpeiſen wohl verſehen, auch eine Menge Schalen, die gegen einander geſchlagen, einklingendes Geläute geben, am Ende der fuͤnften Hohle findet man eine ſteinerneSeule, die wenn man daran ſchlaͤgt ein Gelaͤute wie eine Glocke giebt, dergleichenSeule auch in der vlerten Hoͤhle gefunden wird. 9

221. F.

In Crain iſt eine beruͤhmte Hoͤhle, welche die adelbergiſche genannt wird.Valvaſor) hat ſie beſchrieben wie er ſie ſelbſt befunden, er iſt darinnen mit einerangezuͤndeten Fackel zwo Meilen weit fortgegangen, niemand aber iſt noch an ihrEnde gekommen. Das Inwendige iſt geraum genug um ganze Dörffer zu enthal-

ten,

7) i Add. Erud. Lisſ. 1702.. 306. 308. Leſſer hat Anmerkungen von der Baumanns-) In Behrens Hertynia turioſa, oder hohle herausgegeben, die zu verſchiedenenmah-curioſer Har wald, handelt das erſte Capi- le gedruckt worden. K.]tel von merkwürdigen Höhlen im Harze, und 1) in Af. Erud. Lig 1689. f. 35.

gleich der Anfang von der Baumannshoͤhle.Erſter Theil. Do