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Johann Lulofs Prof. der Math. Astr. und Philos. et. etc. in Leiden Einleitung zu der mathematischen und physikalischen Kenntniss der Erdkugel / aus dem Holländischen übersetzet von Abraham Gotthelf Kästner, Mathem P.P.E.
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210 Betrachtung vom Innern der Berge.

ten, man findet darinnen ſolche Erhöhungen und Tieffen, daß wenn man einen Steinhinein wirft, der Schall davon nicht eher als nach zwey Vater Unſer lang gehoͤretwird, man findet auch unter andern Naturſpielen eine ſteinerne Bruͤcke, unter wel-cher ein ſeör tieſes Waſſer durchläuft. N

222. F.

An dem Carparhiſchen Geburge, welches Ungarn von Polen ſcheidet, ſindzwo merkwürdige Höhlen, die Mathias Bel beſchrieben hat. 2) Die eine befindetſich bey dem Dorfe Zelicze nordwärts eines der carpathiſchen Berge, und hat diewunderbare Beſchaffenheit, daß wenn auſſer dieſer Hoͤhle eine ſtrenge Kalte herr-ſchet, in ihr eine warme Luft empfunden wird, ſo balb aber die Sonne eine groß?Hitze verurſacht, wird alles kalt und von innen mit einer dicken Eisrinde uͤberzogen;Der Grund ſelbſt wird mit Eiſe bedeckt und an den oberſten Gewoͤlbe hangen Stuͤ-cken Eis wie groſſe Fäſſer. Wie weit ſich dieſe Hoͤhle erſtrecket, kann man nichtausmachen, weil ſie ſchief niedergehet, und fuͤr diejenigen, die ſie unterſuchen wollenwegen der glatten Eisrinde zu ſchluͤpfrig wird, weiter hinunter zu gehen, daß ſie ſichaber ſehr weit erſtrecken muß, macht der Schall ſehr wahrſcheinlich, der wie mit ei-nem donnernden Getöͤße gehoͤret, und von der Hoͤhle wiederum zuruͤcke geworffenwird, wenn man ein wohl geladenes Feuerrohr in ihr loͤſet. So bald das Wetteretwas kuͤhler iſt, faͤnget das Eis an zu ſchmelzen und ganze Stroͤme davon fließennieder, wenn es aber wieder waͤrmer wird, faͤngt es uͤberall in dieſer Hoͤhle ſtaͤrkerzu frieren an. Den Urſachen dieſer Veranderungen nachzuforſchen, iſt hier der Ort nicht.Bels Muthmaßungen ſind ſcharfſinnig ausgedacht, ob ſie wahr ſind, will ich nicht un-terſuchen, wenn ſie richtig waͤren, gäben ſie einen neuen Beweiß fuͤr derjenigen Gedanken,die ſich vorſtellen, das Eis entſtehe aus Vermiſchung einiger Theilchen, die man ausMangel eines beſſeren Wortes Eis machende nennet.

Die andere Hoͤhle befindet ſich bey Ribar, in der Grafſchaft Joli, ohnweitNeuſohl in Oberungarn, und iſt wegen der ſchaͤdlichen ja toͤdtlichen Duͤnſte, dieſie von ſich giebet, merkwuͤrdig. Sie hat die Geſtalt eines Trichters, und lauft nachund nach enge zu; aus ihrer engen Oefnung, die ſich in dem Boden befindet, ſteigendie ſchaͤdlichen Ausdünſtungen empor. Man hort das Getöſe von ſtroͤmenden Waſ-ſer, das unter der Oefnung hinlaͤuft, und wie es ſcheinet ſchwefelichte Daͤmpfe vonſich giebt, bisweilen wallet es auf, bisweilen haͤlt es ſich innerhalb der Oefnung ein-geſchloſſen. Das Waſeſer ſelbſt iſt helle von einen ſchwefelichten Geruche ſaͤuerlichund ſcharf von Geſchmacke doch der Geſundheit der Menſchen nicht ſchaͤdlich, wie-wohl die Thiere und auch die Menſchen, welche die ſchͤdlichen Duͤnſte in ſich leg

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) Eil. Tranſ. N. 452. 5. 41. Ge.