Betrachtung von den Seen und Mordͤſten. 289
befinden ſich in dieſem Meere viele Inſeln, unter welchen eine in der Mitte gele gen iſt, welchedie andern in der Größe weit ubertrifft. Dieſe große Inſel theilet das Meer gleichſam inzwey, wovon ein Theil, nach den Berichten des Varenius c) und Becmann 4, fuͤr einbeſonder Meer gehalten, und Zembre oder Zambre genennet wird. Ferner hat man inAfrica, wenn man auf die Nachrichten des Varenius weiter gehen wollte, das MeerZaflan, Sachaf, Aquilunda und das Meer Bed . Allein das Innerſte von Africa iſt bisjetzo noch zu wenig bekannt, als daß wir einige ſichere Nachricht von dieſen Meeren gebenkonnten, und die Berichte des Varenius habe ich öſters falſch befunden, daß ich alſo dar-auf mich nicht verlaſſen kann,334. 9.
In Ameriea giebt es ſehr viel Seen. In und um Neufrankreich hat man eine ganzeSammlung von anſehnlichen Meeren, davon fuͤnf vor allen merkwuͤrdig ſind: als die obereSee, die See Michigan oder der Illinoiſen, die See Huron, die See Erie oder Kat, unddie See Ontario . Das obere Meer ſtrecket ſich von Oſten nach Weſten aus, in der Längebis auf 150 Meilen oder Stunden, und iſt 60 Meilen breit. Es hat mit den vier uͤbrigenſuß Waſſer. Das Meer der Illinoiſen hat 120 bis 130 Meilen in der Länge und 40 inder Breite, und machet gegen Weſten einen geraumen Meerbuſen, welcher von den Fean-zoſen la Baye des Puans genennet wird. Das Meer Huron wird alſo nach den Wildengenennet, welche vor dem da herum wohneten und Hurons genennet wurden. Es iſt 00Meilen lang: die Breite aber iſt ſehr ungleich; ſein Umſang iſt ungefähr 700 Mellen.Das Meer Erie hat die Lange von ungefahr 140 Meilen, und das Meer Ontario iſt daskleinſte von dieſen fünfen, indem es ſich in der Lange auf 80 und in der Breite auf 25 bis 30Meilen erſtrecket. Sie haben alle durch breite Canale mit einander Gemeinſchaft; doch iſtdieſes das allermerkwuͤrdigſte, daß das Meer Ontario mit dem Meere Erie vermittelſt desdaſigen Waſſerfalles zuſammen haͤngt, welcher der Waſſerfall von Niagara genennet wird.Das Waſſer ſtuͤrzet da von einer Hohe von mehr als 600 Fuß hinab, daß man das Ge-raͤuſche davon 15 Meilen weit hoͤren kann e). Jedoch berichtet Dudley 7), daß Henne-pin, von dem dieſe Erzaͤhlung herſtammet, die Hoͤhe zu ſehr vergrößert hat, und daß die-ſelbe nicht groͤßer als 156 Fuß iſt. Ferner hat man in Nordamerica das Meer von Me-rico, welches eines Theils ſuß und andern Theils ſalzig Waſſer bat. Der Theil, in demſuͤß Waſſer iſt, iſt ſtill und allezeit ruhig: das Salzwaſſer aber wird durch die Windeheftig beweget. Das ſuͤße Waſſer iſt gut und geſund, und ernaͤhret Pflanzen und Fiſche:der ſalzige Theil aber iſt wegen ſeiner ſalzigen Bitterkeit ganz von Fiſchen leer. Endlichſcheint das ſuͤße Waſſer hoͤher als das ſalzige zu ſeyn, und jenes ſtroͤmet oder faͤllt unauf-hoͤrlich in dieſes hinunter Z). In dem ſuͤdlichen America in Guaiana findet man, nachden alten Erdbeſchreibern, das Meer Parima oder Roponouvini, welches recht unter der
Mittags-c) Geogr. Gener. Cap. 15. Prop. 6. F) Philoſ. Transact. Abridg. Vol. 6. P. 3.) l. e. pag. 9. ſeq. p. 118.) Man ſehe les Voyages zu Nord. Tol. 9. S Fhiloſ. Transact. Abridg. Vol. 2. p. 3220.p. 40- 5t.& pag. 411 · 420.
Erſter Theil. Oo