290 Betrachtung von den Seen und Moraͤſten.
Mittagslinie gelegen ſeyn ſollte. Dieſes Meer ſollte, wenn man ſich auf die Nachricht desVatenius) verlaſſen koͤnnte, von Oſten nach Weſten zoo Meilen lang, und wo es ambreiteſten iſt, oo Meilen breit ſeyn. Aber man findet nicht nur allein dieſes Meer nichtin den beſten Karten; ſondern der Herr de la Condamine:) hat auch genau nachgefor-ſchet, und ſelbſt aus den Bemerkungen des Nicolas Sortsman, welcher im Jahre 1740mit vielem Eifer und vieler Bemuͤhung dieſes Meer geſuchet hat, befunden, daß es eineErdichtung iſt. In Peru hat man das Meer Titicaca , welches 80 Meilen im Umfangehat, und verſchiedene merkwuͤrdige Fluͤſſe empfaͤngt; das Waſſer dieſes Meeres iſt den-noch ſehr ſalzig, ob gleich nicht ſo ſalzig els das aus dem Ocean 4). In der Gegend vonBraſilien ſieht man das Meer Eupana und das Meer Puerto de los Reyes. Andere, dieweniger bedeuten, wollen wir der Kuͤrze wegen nicht vornehmen, beſonders weil die Nach-richten davon nicht ganz glaubwuͤrdig ſind.
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Man koͤnnte die angefuͤhrten Meere mit Kirchern), Varenius*) und andern invier verſchiedene Arten eintheilen. Zur erſten Art gehoͤreten diejenigen, welche keine Fluͤſſeauslaſſen oder empfangen. Unter dieſen koͤnnte ſich das Meer Parima vorzuͤglich zeigen,wenn es keine Erdichtung waͤre, ſo wie es wirklich eine iſt; die ubrigen bedeuten nicht viel.Wahrſcheinlicher Weiſe ſollte man dieſe Meere nicht unrecht mit großen Brunnen ver-gleichen konnen, welche ihre Quellen und Brunnadern auf ihrem Boden haben, ob gleicheinige durch Austretung der See ſcheinen entſtanden zu ſeyn, und moͤglicher Weiſe ſindeinige darunter, welche mit andern Gewaͤſſern vermittelſt unterirdiſcher Gange Gemein-ſchaft haben. Dieß letzte iſt in Anſehung derjenigen nicht unwahrſcheinlich, welche ſalzigWaſſer haben, man wollte denn voraus ſetzen, daß ſich auf ihren Boden große Salz-klumpen befanden, die ſchmelzeten und das Waſſer ſalzig macheten, welches man doch nichtausmachen kann, wenn man nicht den Grund dieſer Seen durch Taucher unterſuchen laßt.Es iſt aber der Muͤhe nicht werth daß wir uns dabey langer auf halten, weil kaum eine Seezu nennen iſt, von der man mit Sicherheit wuͤßte, daß ſie keine Fluͤſſe einnimmt noch ab-giebt, wofern man nicht kleine Seen anfuͤhren wollte; ſonſt koͤnnte man die mexicaniſchenund eine auf der Halbinſel Florida dahin bringen.
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Zur zweyten Art gehören diejenigen, in welche ſich wohl keine Fluͤſſe, aber doch ausdenſelben ergießen. Von dieſer Art ſind einige in dem nordlichen Theile von Europa be-findlich. Zu dieſen rechnen einige das Meer Ontaria in Nordamerica , woraus der Flußvom heil. Laurenz entſpringt: doch hat es Gemeinſchaft mit dem Meere Erie . Unter dieſezaͤhlet auch Varenius 1) das Meer Chiamay an der oſtlichen Seite von dem Ganges .
Allein) l. e. Cap. 18. Prop. 3. by Jones, Vol. 5. P. 2. p. 217.1) Voyage de la Rivière des Amazones , p. J) Mund. Subter. Tom. 1. Lib. 5. Sect. 1. e. 4.125& ſuiv. vornehmlich p. 130.& ſuiv. in, l. e. Prop. 2. ſqq.
5) Halliy Philoſ. Transact. N. 34. Abridg. u) J. c. Cap. 1j. Prop. 4.