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Entwurf eines Systemes der geographischen Wissenschaften / von Julius Fröbel
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und wir sehen uns auf Politik und Geschichte verwiesen , be-finden uns mithin nicht mehr auf dem Gebiete der reinen Geo-graphie. Will man aber , indem man den Einfluss der Naturauf das Menschenleben ins Auge fasst, ein Land als den Bodeneiner eigentümlichen (vielleicht volkstümlichen) Entwickelungund Gestaltung des Menschenlebens definiren, so sind wir aufCulturgeschichte und alle auf dieselbe im weitesten Sinne ein-wirkenden Verhältnisse verwiesen, befinden uns also eben sowenig auf dem Gebiete der reinen Geographie. Will man end-lich , um die Einmischung fremdartiger Principien zu vermei-den , sich bei dieser Definition rein an die Natur halten, so istman dadurch um nichts gebessert; denn soll man den Einthei-lungsgrund in den orographischen oder den hydrographischen,in den klimatischen, den geologischen, phytologischen, zoo-logischen oder ethnographischen Verhältnissen der Erdober-fläche suchen ? Jede Wahl ist hier gleich willkührlich ; keinedurch die Natur gegeben; jede der andern widersprechend. Mannenne, um das anstössige WortLand zu vermeiden, einenatürliche Abtheilung der Erdoberfläche eine Region. Manwird dann den Begriff orograpliischer, hydrographischer , klima-tischer, geologischer, phytologischer, zoologischer und ethno-graphischer Regionen ln die Geographie einführen müssen.Diese Regionen aber werden sich auf der Erdoberfläche auf diemannigfaltigste Weise durchschneiden , so dass ein Raum, wel-cher z. B. eine orographische Region bildet, keineswegs zugleicheine geologische oder hydrographische oder ethnographischeausmachen wird. Für ein solches Verhalten braucht man einemGeographen keine Beispiele aufzuführen. Die Anerkennung dergegenseitigen Unabhängigkeit der orographischen und hydrogra-phischen Regionen ist ja der Hauptfortschritt der neuern Ter-rainlehre und die dadurch erreichte naturgemässere Darstellungder Bodengestaltung der Hauptfortschritt der neuesten Charten-zeichnung. Glaubt man endlich in diesem Widerspruche durchBeachtung des Charakteristischen in der Natur, Auffassung ihrerPhysiognomie , ein einfaches Princip der Eintheilung gefundenzu haben, so verzichtet man damit auf Wissenschaft und schreitetauf das Gebiet ästhetischer Schilderung. Dies wird allerdings