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Johann Lulofs Prof. der Math. Astr. und Philos. et. etc. in Leiden Einleitung zu der mathematischen und physikalischen Kenntniss der Erdkugel / aus dem Holländischen übersetzet von Abraham Gotthelf Kästner, Mathem P.P.E.
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304 Betrachtung von den Brunnen.

oder 200. Ruthen uͤber der Oberflache der See, die Duͤnſte ſo ſtark niederfielen, daß ſieihn in ſeinen aſtronomiſchen Beobachtungen ſehr hinderten. Denn bey hellem Wetterſiel der Thau ſo ſtark, daß er jede halbe Stunde ſeine Gläſer mit kleinen Tropfen be-decket fand; ſo daß er ſie öfters abwiſchen mußte; und das Papier, worauf er ſchrieb,war den Augenblick von dem Thaue ſo naß, daß keine Dinte darauf haften konnte;woraus man abnehmen kann, wie geſchwind ſich) auf den Gebirgen das Waſſer ver-ſammlet, welches, wenn es noͤthig ware, mit vielen andern Beobachtungen konnte be-kraftiget werden 2). Dieſes zeiget ſich auf eine artige und zugleich uͤberzeugende Weiſeauf Korhorn, dem Landgute des Wohledlen Geſtrengen Herrn O. de Raet, bey Waſſe-naer. Man hat daſelbſt das Waſſer, welches aus den Duͤnen hervorſeiget, in ein großesBehäaͤltniß zu perſammlen gewußt, aus welchem es durch Röhren verſchiedene Spring-brunnen und andere Waſſerwerke mit Waſſer verſieht, unter andern iſt eine Waſſerblaſeda, von welcher mitten in einem Waſſerbecken das Waſſer ganz ſachte aufwallet. Sobald, als es in langer Zeit nicht geregnet hat; ſo halt die Waſſerblaſe inne, aber ſo baldals ein Regen bevorſteht, ob es gleich wirklich noch nicht regnet; ſo faͤngt das Waſſerwiederum an aufzuwallen, weil nach aller Wahrſcheinlichkeit die Duͤnſte, die in der Lufthangen, auf den Spitzen der Berge verdicket werden, und alſo in der Geſtalt von Waſſerin das Verſammlungsbecken, und in andere daſigen Ortes gegrabene kleine Schleuſen fallenund troͤpfeln. Koͤnnen dieſes nun die Duͤnen thun, was hat man nicht von hohen Bergenzu erwarten, deren Gipfel viel kalter ſund und großere Schatten geben?

354. 9.

Ob gleich nicht zu läugnen iſt, daß es einige Brunnen giebt, welche auf eine ſolcheWeiſe, wie Halley vortraͤgt, entſtehen; weil es eine bewieſene Sache iſt, daß meiſtensdie Wolken uber die Gipfel der Berge hangen, und daß die Sonne da weniger Krafthat, daß alſo die Duͤnſte daſelbſt oͤfters perdicket, und in Waſſer, welches einige Brun-nen unterhalten kann, verwandelt werden, wie Tancred Robinſon bey dem Ray)ſehr wohl bezeuget; ſo hat man jedoch viel Urſachen zu behaupten, daß dieſes der allgemeineoder der einzige Urſprung der Brunnen keineswegen ſeyn kann. Denn vors erſte konnendie wenigſten Quellen in Europa daher ihren Urſprung haben. Die Alpen , in einemweitlaͤuftigern Verſtande genommen, geben die Quellen, welche in ihrem erſten Urſprungeden Rhein , die Rhone , die Donau und den Po mit Waſſer verſehen; aber ſie ſind wah-rend der ſechs Wintermonate mit hohem Schnee bedecket. In dieſer ganzen Zeit fällt

N nichts

4) S. Hiſt. Gen. des Voyag. T. 3. p. 33.

J Duͤnſte die ſich in Waſſer verdicken, wennſie an dichten Koͤrpern zuſammen kommen,ſchweben uberall in der zuft Es iſt eine ge-meine Erfahrung, daß bey heitern HimmelSterne verſchwinden die man kurz zuvor ſahe,ſo wohl dem bloßen Auge als dem Fernrohre,da des letztern Objectiwglas von ihnen benetzetwird. Dieſe Erfahrung und die von Befeuch-

tung des Papieres babe ich in Leipzig verſchie-denemal geyabt, wenn ich etwas am Himmelzu ſehen, die Nacht im Frepen geblieben bin,und ich habe mich allezeit mit Vergnuͤgen auBalleys Erfahrung dabey erinnert. K.]

e, Der Welt Anfang und Ende 139. u. f. S.Man ſche auch Wieuwtyts 20. Betrach-tung 41. u. f. f.