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Johann Lulofs Prof. der Math. Astr. und Philos. et. etc. in Leiden Einleitung zu der mathematischen und physikalischen Kenntniss der Erdkugel / aus dem Holländischen übersetzet von Abraham Gotthelf Kästner, Mathem P.P.E.
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4 Betrachtung von den Bewegungen und Wirkungen der Dunſtkugel.

vorigen war. Dieſes verhielt ſich zu verſchiedenen wiederdeblten malen ſo. Sie drucketeneine zwebte Atmoſpyare in das Priſena, ſo, daß die zukt darianen noch einmal ſo ſtark zuſam-mengepreſſet war, als die äußere, man ſtellete das Prißna wieder vor das Fernrohr,ſo daß der Gegenſtand durch das Haar bedecket ward, und als ſie die Luft durch den Hahnausließen, ſahen ſie den Gegenſtaud, der vorhin zu ſteigen geſchienen hatte, ſich nun nachund nach'ſenken, und das Haar blieb vor einem Pancte ſtegen, der 1. à Zoll hoͤher ſchienals der vorige. Ja da ſie die Luft drepmal dicker macheten, betrug der Unterſchied aufeben die Art unterſuchet 21 Zoll. Der Einfaliswinkel war hier 32 Gr.; weil der Winkelzwiſchen den Glaͤſern 64 Gr. geweſen iſt; wenn man nn 2588 F. fuͤFr den Halbmeſſer an-nimmt, ſo machen 103 Zoll die Sehne von 1 M. 8 S. aus, und ſo wird der Winkel derBrechung 32 S.(weil 1 M. 8. S. noch einmal ſo groß iſt, als die Summe der Strah-lenbrechungen die auf dieſe Art beym Eingeßen und Ausfahren geſchehen, ob wohl dieBrechung in einem Falle nach dem Einfallslothe zu, im andern von demſelbigen ab, ge-ſchieht). Der Einfallswinkel iſt alſo 32 Gr. und der Brechungswinkel 31 Gr. 59 Min.20 S. wenn die Luft ſo warm iſt, als ſie bey dieſen Verſuchen war. Aus allen Umſtaͤn-den erhellet alſo, daß man auf der Franzoſen Verſuche hier nicht bauen darf, und ſolcheswird ſich noch mehr zeigen, wenn man auf des Herrn de l' Isle Verſuche acht hat 7).Er brauchete eben die Capſel die zu Homberas erzaͤhlten Verſuchen gedienet hatte, macheteaber das eine Ende, das beym Homberg auf die Are rechtwinklicht abgeſchnitten war, auchſchief, ſo daß das Glas, mit welchem dieſes Ende verſchloſſen war, mit der Axe der Roͤhreeinen Winkel von ungefahr 45 Gr. machete. Nachdem er nun die Roͤhre groͤßtentheilsvon Luft ausgeleeret hatte, fand er durch ein Fernrohr von 20 F. deſſen Axe in einer gera-den Linie mit der Are der Roͤhre lag, eine merkliche Strahlenbrechung, und zwar als dasQueckſitber in dem dabey angebrachten Probebarometer noch einen Zoll uͤber das Queck-ſilber in dem Gefaßchen erhoben ſtund, betrug die Strahlenbrechung 45 Secunden, allesbey einem Ein allswinkel von ungefähr 45 Gr. Die Urſache, warum Hombergs Verſucheden gehoͤrigen Erſolg nicht gewieſen haben, iſt nach des de Isle Gedanken darinnen zuſuchen, daß die Rohre nicht zulaͤnglich iſt ausgeleeret worden, oder daß der Kuͤtt, damitdie Glaͤſer befeſtiget waren, die Luft wieder durchließ, welches waͤre bemerket worden, wennman ein Probebarometer gebrauchet haͤtte.

466. F.

Wiewohl nun dieſe Verſuche, der Luft oder der Dunſtkugel Vermögen die Strahlenzu brechen, unwiderſprechlich darthun, ſo kann man doch aus den aſtronomiſchen Beobach-tungen noch einen andern Beweis hernehmen. Mat hat z. E die Entfernung zwiſchendem Schwanze des Lowens, den Bayer E nennet, und der Kernahre in der Hand der Jung-ſer beym Bayer c, in ihrer großten Hohe 35 Ge. 2 Min. gefunden; wenn aber derSchwanz des Löwens im oſtlichen Theile des Himmels 3 Gr. 30 Min uͤber dem Hori-zonte geſehen wird, ſo findet man ſchon, daß die Kornaͤhre in eben dem Scheitelkreiſe auf-zugehen anfaͤngt, und ſie ſcheinen einander alſo durch die Strahlenbrechung 32 Min.

7) Mem. de Acad. 1719. p. 436. et ſuiv.