Betr achtung von den Bewegungen und Wirkungen der Dunſtkugel. 40
naher 7). Als die Niederlaͤnder 1507 auf Novazembla nberwinterten, verſchwand ihnendie Sonne den J Nov. aus dem Geſichte, und ſie ſahen ſelbige das erſtemal den folgenden24 Jenner wieder, wiewehl ſie erſtiſch ſechs Tage ſpaͤter nach aſtronomeſchzer Rechnunghaͤtte erſcheinen ſollen; indeſſen weiß ich nicht woher Vareimus hat, daß ſie die Sonne16 Tage fruͤher geſehen hatten, als ſie noch 4 Gr. unter dem Horizonte war, welcheStrahlenbrechung wieder alle Erfahrung laͤuft“). Merkwürdige Wirkungen der Strah—
7) Kepler Ep. Aſtr. Cop. I. I. p. 61. ſeq.
[Hierbey iſt, wie Herr Lulofs mit Rechteerinnert hat, noͤthig, daß beyde Sterne in ei-nem Scheitelkreiſe befindlich ſind. Daß dieſesnicht unter allen Polhoͤhen ſtatt finden kann,erhellet daraus, weil unter dem Aequator alleSterne gerade uͤber den Horißont heraufſteigen,unter den Polen aber ſich parallel mit dem Ho-rizonte drehen. Es veranlaſſete alſo dieſe Be-trachtung folgende ſphaͤriſche Aufgabe: Wenndie Derter von ein paar Sternen die ich z E. jetzodie Aehre und den Schwanz des koͤwens nennenwill, am Himmel gegeben ſind, die Polhoͤhe zufinden, unter welcher der nachfolgende, als hierdie Aehre, gleich im Horizonte ſtehen kann wennder vorher r ehende. als hier der Schwanz des voͤ—wens, in einem Virticaikreiſe uͤber ihm ſteht. DieAufloſung ließe ſich folgendermaßen bewerkſtel-ligen: Wenn man ſich Pol, Zenith, Arquator,Horkzont. Declinationskreiſe und Verticalkreiſe,fur dieſe Sterne auf die eeboͤrige Art entwirft, ſohat man in einem ſphäriſchen Orcyecke, deſſenbrey Winkel die beyden Sterne und der Pol ein—nehmen, alle Seiten gegeben, namlich, die Er—ganzungen beyder Declinationen zu 90 Gr. unddie Weite der Sterne, die man bekanntermaßen.wenn die Lagen der Sterne gegen den Aeqnatorgegeben ſind, berechnen kann. Alſo kann man indieſem Kugeldreyecke den Winkel finden, den dergroͤßte Kreis dureh beyde Sterne, mit demAbweichungskreiſe des vorhergehenden Sternes,als bier des Schwanzes des Lewens machet.Dieſes Winkels Nebenwinkel iſt alſo auch ge-geben, und derſelbe fallt in ein Dreyeck, deſſenSeiten das Complement der Declination desSchwanzes, das Complentent ſeiner Hohe, ur ddie Weite des Pols vom Scheitel ſind. Von die-ſen drey Seiten nun ſind die erſten beyden ge—geben, weil das Complement der Hoͤhe desSchwanzes mit dem Complemente ſeiner Weitevon der Aehre einerlep iſt, wenn die letztere im
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Horizonte und gerade in einem Verticalkreiſeunter dem Schwanze ſteht. Solchergeſtalt kannman in dem letztgenannten Dreyecke, aus zwoSeiten mit dem Winkel, den ſie einſchliezen, desvorhin gefundenen Nebenwinkel) die dritte Sei-te, die Weite des Pols vom Zeptith finden.
Da es ſich zu gegenwärtiger Abſicht derMühe nicht verlol net, die Aufgabe ſcharf auf-zuloͤſen, und ſich dazu zwoer von den weitlaͤuf-tigſten Regeln der ſphariſchen Dreyeckrechuungzu bedienen, ſo kann man auf einer mittelmaͤßi-gen Himmelskugel leichte durch Proben finden,daß bey erwaͤhnten Sternen dieſes in der Pol-böhe von 5 bis etliche 50 Gr. geſcheben muß,denn eben weil die Aehre nicht genau im Hori-zonte, ſondern etwas darunter ſtehen ſoll, findethier einiger Raum zu Aenderungen in der Polbö-he ſtatt. Kepler erwahnet auch a a. O. daß er die-ſe Art, die horizontale Strahlenbrechung darzu-thun, aus dem Tycho genommen habe, und alſowerden die Beobachtungen wohl zu Uranienburgangeſtellet worden ſeyn, wo die Polhoͤhe 55 Gr.54 Min. iſt. K.]
9) Geogr. Gen. C. 19. Pr. 22.
Weil Herr Lulofs gar nicht anzeiget, wo-her er ſeine Nachricht genommen, ſo wird es mirzu verzeihen ſeyn, wenn ich etwa einer Quelle, diedoch zuverlaͤſſ ig ſeyn ſoltte, zuviel traue. Es iſtdie Nachricht von Wilhelm Barentß ſeiner drit-ten Schiffahrt. wo eben dieſes iſt wahrgenom-men worden wie ſich ſolche in der Sammlungvon Reiſecbeſchreibungen befindet, die 1646 inlang 40 miter dem Titel: Begin ende Uort-gangb van de vertenigbde FeederlantſcheGeoctroyeerde Ooſtindiſche Compagnie her-auseckemmen iſt. Daſelbſt heißt es 29. S. ſo:
Den 24. Jenner war ſchoͤn heiter Wetter, undals Ja cob von Seemekerk mit Gerrit de Veer und noch einem dritten, nach dem Seeſtrandean die Suͤdſeite von Novazembla gegangen wa-ren, ſahe Veer daſelbſt wider ihrer aller Wuth-maßung,