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IV. Stellarasti'onomie.
müsste also so gross sein, dass er den Beobachternwohl nicht hätte entgehen können, weslmlh es nicht.unwahrscheinlich ist, dass noch andere Ursachen eineAbweichung vom Meridian verursacht haben.
Die strenge, oben erwähnte Prüfung des Reich en-bach’schen Meridiankreises war vorzüglich auf diesenGegenstand gerichtet, und ich glaube darthun zu kön-nen, dass die von mir befolgte Methode keinen merk-lichen Zweifel in der Bestimmung der Collimationübrig lassen kann; ich habe daher meine früheren An-gaben auch in dieser Hinsicht durch neue Beobacht-ungen prüfen können, und führe das, was ich füra Scorpii und « Piscis austr. erhalten habe, hier an,nämlich für 1820
« Scorpii IG' 1 18 m 23*249 25 Beob.
« Piscis austr. 22 47 41,197 21 „
von meiner früheren Bestimmung — 0*088 und -f-0*077,von der Pond’schen -|- 0*112 und -f- 0*330 verschiedenso dass auch hier die neuern Beobachtungen für denKönigsberger Catalog stimmen.
In einigen Jahren hoffe ich, einen ganz neuenFundamental-Catalog geben zu können fs. Abli. 89];die gegenwärtige vorläufige Untersuchung einiger Sternehabe ich nur vorgenommen, um eine Andeutung dar-über zu erhalten, ob bei meinem früheren Cataloge,aller Vorsicht ungeachtet, sich constante Fehler ein-geschlichen haben; ich glaube dieses gegenwärtig nochweniger fürchten zu dürfen als früher.
88. Ueber die Abweichungen der Fixsterne.*)
(Booe’s Jahrbuch für 1825, p. 207.)
Um die Mitte des vorigen Jahrhunderts wurdedurch Bradley eine Vollkommenheit der astronomi-schen Beobachtungen herbeigeführt, welche nach demTode dieses grossen Astronomen nicht vermehrt, son-dern nach und nach vermindert zu sein scheint. Aufder Greenwicher Sternwarte wurden zwar die Beobacht- ;ungen mit denselben Instrumenten fortgesetzt, aber ,diese Instrumente hatten durch den häufigen Gebrauch jan Güte verloren, und gaben bei Maskelyne’s Todebereits sehr unrichtige Resultate; andere Sternwartenaber besassen entweder nicht genügende Hiilfsmittel,oder sie vertrauten zu fest auf den Greenwicher Cata-log, welcher, bis zur Erscheinung von Piazzi’s gros-sem Werke, die einzige Quelle war, aus welcher diebeobachtenden Astronomen schöpften. Durch Piazziaber wurden uns Declinationen geliefert, welche diefrüheren verdächtig machten; in der That erkannteMaskelyne den Fehler seines Mauerquadranten, wel-cher, zum grossen Nachtheile der Astronomie, viel zu jlange ohne gründliche Prüfung geblieben war. Um ;diese Zeit fingen die Beobachtungen mit Instrumenten, jvon welchen man grosse Genauigkeit erwarten durfte,an, häufiger zu werden, und in der That boten die
*) [157 d. a. Verz. — Br. m. O. 1, 382; 11, 23 (0.), 27, 52,63(0.), 59fl., 68 (0., Gausb), 78, 159(0.), 179, 183fl., 193, 199fl.,226, 253 (0.), 272. — Vgl. Königsb. Beobb. VII. Abtli. und Tabul.Regiomont. Tab. X; ferner 159, 160, 167, 198 und 204 d. a.Verz .]
von Piazzi, Ouiani, Poni> und Brinkley bestimmtenAbweichungen der Sterne eine Uebereinstimmung dar,welche nicht grösser erwartet werden kann; allein eszeigte sich auch, dass noch Fehler vorhanden sein kön-nen, wo man dieselben nicht zu suchen gewohnt war:denn nicht alle Beobachtungsreihen stimmten überein,und es gelang dem trefflichen Bohnenberger, eineFehlerursache bei den Wiederholungskreisen wirklichnachzuweisen [vgl. p. 8]. Den ersten Argwohn solcherFehler erzeugten die Unterschiede der in beiden Solstitienbeobachteten Schiefen der Ekliptik: die kleineren Wieder-holungskreise gaben die Winterschiefe 8 bis IG", diegrösseren und die Kreise von Piazzi und Pond 4 bis8" kleiner an, als die Sommerschiefe, und die Beob-achtungen Bradley’s, Groombridge’s und meine eige-nen gaben beide gleich. Die Declinationen der Sterne,welche ich mit dem Cary'schen Kreise beobachtete,waren sämmtlich südlicher, als die in den oben er-wähnten übereinstimmenden Verzeichnissen enthaltenen;allein hier standen die meinigen ganz allein, dennBradley’s Beobachtungen waren zu weit entfernt, umsie vergleichen zu können, und Groombridge hat, soviel ich weiss, seine Declinationen der Fundamental-sterne nicht angegeben.
Bradley hat in seiner berühmten Abhandlungüber die Nutation geäussert, dass es sehr schwierig ist,Beobachtungen zu machen, welche in jeder Beziehungzuverlässig sind. Die Richtigkeit dieses Ausspruchs