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zuwider, eingeschmolzen, und alS späterhin Nachfrage darnachergangen ist, hat man, um sich die Verantwortung zu erspa-ren, ein künstliches Schmelz-Product, das eine Art von Guß-stahl zu seyn scheint, untergeschoben. An dem größten vorhan-denen angeblichen Stücke in Freyberg , welches Werner auchnicht für ächt hielt, sieht man es nicht nur im Bruche, sondernich glaube auch ganz deutlich an einer Stelle die eckige ziemlichrechtminkliche Gestalt der Form bemerkt zu haben, in welcheman es gegossen haben mag. Das in Dresden befindliche Stückkommt ganz mit dem in Freyberg überein, beyde haben abergar keine Aehnlichkeit mit denen, welche ich bey Klaproth undin Paris angetroffen habe, und mit einigen kleinen Brockendieses Eisens in der Naturalien - Sammlung der ehemahligenWittcnbergischen Universität, wohin sie aus der Verlaffcnschaftdes vormahligen Hofrath und Hos - Medicus , Doctor Stv e tz-schmar in Dresden gekommen waren.
* In S t e y e r m a r k, auf einem Berge bey C i l l y, isteine Eisenmasse gefunden worden,! die Herr Ritter von Ga-d o l l a (jetzt in Wien ) besitzt, und die nach der Trennung ei-niger Stücke, von denen ich eines als ein Geschenk meinesFreundes, des Herrn Paul P artsch, besitze, noch ungefährib Pfund wiegen mag. Dieses Eisen ist deßhalb merkwürdig,weil damascirte Figuren sich schon ohne Aetzung ziemlich gleich-förmig durch die ganze Masse zeigen. Diese Figuren haben aberwenig Aehnlichkeit mit den Widmannstädt'schen; die Strei-fen sind nähmlich feiner, und durchkreuzen sich nicht in dreyRichtungen, sondern sie gehen vielmehr theils parallel, theilsaus einem Puncte divergirend, nach allen Richtungen, unddurchkreuzen sich unter allen möglichen Winkeln. Bey nochmanchem Eisen oder Stahle, besonders aus kleinen Oefen, fin-det man auch im Innern eine krystallinische Bildung, die sichbey dem Aetzen durch hellere und dunklere Streifen und Par-tien verräth, nach den bekannten Versuchen von D a n i e l l,wie ich denn auch bey Herrn von Widmann städten eini-ge Proben von Eisen aus Stcyermark gesehen habe, die demhier erwähnten an Damascirung etwas ähnlich waren. Unge-achtet es sich kaum begreifen laßt, wie diese Masse auf einenBerg, wo keine menschlichen Wohnungen und keine Eisenan-