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Ueber Feuer-Meteore, und über die mit denselben herabgefallenen Massen.
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haltene Eisenoxyd seine Farbe erhalten hat. Daß dieses wirk-lich so rst, sieht man daraus, weil in dem Bodensatze des Schnees,ungeachtet der unzweckmäßigen Analyse, doch Eisen und Kiesel-erde, wie in anderem Herabgefallenem rothen Staube, sind gc-funden worden.

* Von rothem Schnee, welcher in dem südöstlichenTheile d e rSchw e iz auf der A l p e A n c e i n d a z, amFuße der Diablerets, und sonst nicht weit davon ist gefundenworden, hat der um Mineralogie wohlverdiente, und mir auchals Freund sehr achtungswerthe Herr I. v o n C h a r p e n t i e r,Salinen-Director inBex, auf meine Bitte einiges vom Boden-satze desselben gesammelt, und mir zukommen lassen, nebst denNachrichten, welche ich hier mittheile. Am 3 o. Junius i8»8ging er nebst seinem Hauswirthe, dem durch seine botanischenKenntnisse, und durch seinen Pflanzenhandel bekannten Ema-nuel Thomas, auf die, zur Gemeinde Bex gehörende, 5Stunden von da liegende Alpe Aneeindaz, um dort zu Herborisi-ren. Da fand er in demjenigen Theile der Alpe , welcher er»Conches genennt wird, noch ziemlich viel Schnee, welcherin dem letztem Winter (zwischen »817 und >8,8) frey gefal-len , d. i. nicht durch Lawinen herbeygeführt war. Auf diesemSchnee zeigten sich hin und wieder rothe Flecke von sehr verschie-dener Größe und Gestalt, indem sie theils gerade oder gekrümmteStreifen von » Fuß bis 20 Fuß Länge, und von 3 Zoll bis 4 FußBrette, theils rundliche unregelmäßige Flächen von 5 Zoll brs3 Fuß im Durchmesser bildeten. Die Farbe dieser Flecke warim Allgemeinen etwas schmutzig blutroth. Betrachtete man sieaber genauer, so fand sich, daß diejenigen Stellen dieser Flecke,welche durch die Unebenheiten der Schneeoberfläche am wenigstender unmittelbaren Berührung der Sonnenstrahlen ausgesetztwaren, von einer sehr reinen und ausgezeichnet blutrothen Farbeerschienen; diejenigen hingegen, welche am meisten der Einwir-kung des Lichtes und der Wärme ausgesetzt waren, ihre schöneblutrothe Farbe verloren, und eine lichte röthlichbraune Leber-farbe angenommen hatten. Die größte Stärke und Reinheitder Farbe zeigte sich allemahl an dem unter der Oberfläche lie-genden Schnee, welcher gegen unmittelbare Einwirkung des Lich-tes am meisten geschützt war, jedoch erstreckte sich die Dicke