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Ueber Feuer-Meteore, und über die mit denselben herabgefallenen Massen.
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§. 3. Die herabfallenden Massen sind kosmisch, d. i.sie kommen aus dem allgemeinen Welträume zu uns.

Bey gehöriger Kenntniß der beobachteten Thatsachen »), undbey einer unbefangenen Beurtheilung b) derselben, kann es garkeinem Zweifel unterworfen seyn, daß diese Massen Ankömm-linge von Außen sind, die vor ihrer Ankunft weder der Erdenoch deren Atmosphäre zugehörten. Wenn sie bey und nach ih-rer Ankunft Gegenstände der irdischen Chemie und Physik sind,so waren sie vorher, so wie alles, was sich im Welträume be-wegt, als Gegenstände der Astronomie anzusehen, und es kommtAstronomen, und überhaupt solchen, die die gehörigen Kennt-nisse von den Gesetzen der Bewegung haben, mehr, als An-dern , zu, darüber zu urtheilen, was, und wo sie vor ihrerAnkunft gewesen sind. Auch waren einige der vorzüglichstenAstronomen die ersten, welche den außerirdischen Ursprung an-erkannten , nähmlich außer den zu Ende des ersten §. schon ge-nannten , vonZach, Olbers , und noch einige andere.

->) Diele haben über den Ursprung der bcrabgefallenen Massen geur-rheilk, ohne die beobachteten Thatsachen, z. B. in Hinsicht aufdie Bah», die Höhe, die Geschwindigkeit solcher Meteore u.s.w.gehörig zu kennen; aber da konnte das Urtheil auch nicht anders,als einseitig, ausfallen.

b) Zu einer unbefangenen Beurtheilung gehört, daß man von keinerstreu Idee behaftet, sondern bereit sey, das als wahr anzuerken-nen, wofür sich hinreichende Gründe finden, ohne Rücksicht dar-auf zu nehmen, ob es alt oder neu ist, oder ob es anfangs nochso parador scheint, wie denn jeder neue endlich allgemein aner-kannte! Satz zu i-gcnd einer Zeit einmahl parador gewesen ist.So ist z. B. der nicht unbefangen, der es, wie die beyden Ge-brüder D cluc, als einen unwandelbaren Satz ansieht, daß je-der Weltkörper für immer ein für sich abgeschlossenes Ganze sey,an dem nie ein Stäubchcn dazu oder davon kommen könne; daes doch vielmehr der Natur gemäßer ist, und auch zu weit crha-bencren Ideen führt, wenn man nur das Unendlichgroße alsunveränderlich und immer gleich groß bleibend, aber alles durchZeit und Raum beschränkte, es sey nach unserem Maßstabe nochfo groß oder klein, als veränderlich ansieht.