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Beyträge zur Geschichte und Kenntniss meteorischer Stein- und Metall-Massen und der Erscheinungen, welche deren Niederfallen zu begleiten pflegen.
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das Ansehen des Gefüqes oder der Zeichnung im Ganzen, indem zuletzt manche der tiefen nahmentlich die Streifen ganz verschwinden, und bisweilen andere gewöhnlich ein Theil eines Zwischenfeldes an ihre Stelle treten.

Die Streifen erscheinen nun als seichtere und tiefere, mehr oder weniger leere Canäle oder Rinnen (Geleise), in-dem oft nur die erhabenen Begränzungslinien oder die Einfassungsleisten als ihre gemeinschaftlichen Scheidewände, alsContour, und ihr Boden, der mit diesen von einerley Beschaffenheit ist und mit denselben ein Ganzes, gleichsam eineRinne bildet, welche die Substanz der Streifen selbst einschloß, noch übrig sind, letztere aber von manchen ganz aus-geätzt und von der Säure aufgelöst worden ist. Hat man demnach ein Plättchen von einer bestimmten Dicke (z. B. von^ oder Linie) einem solchen Versuche unterzogen, so erscheinen manche dieser Streifen in so ferne sie tiefer gin-gen als die Platte dick war, und ihre Substanz solcher Gestalt zufällig, und zwar noch über den Boden des Canalsgetroffen worden ist ganz ausgeätzt, ohne Boden, und die Einfassungsleisten stehen als die ehemaligen Scheide-wände, wie Lamellen, frey da, und hangen nur mittelst ihrer Enden mit den übrigen minder angegriffenen Theilen(den angränzenden, quer gehenden, ähnlichen Leisten, oder mit solchen von Feldern) der Masse zusammen (i). Man-che , und zwar ungleich mehrere (zumahl wenn die Platte , Linie dick war, da nur äußerst wenige so tief gehen), dieseichter lagen, erscheinen als leere Rinnen von verschiedener Tiefe, und auf der entgegen gesetzten Seite des Plättchens(die, falls dasselbe von beyden Seiten gleichzeitig geätzt wurde, eine ganz andere Zeichnung und Vertheilung der Strei-fen und Felder zeigt) finden sich unter ihnen Felder, oder zum Theil Streifen in einer andern Richtung, auf welchensie mit ihrem Boden auflagen, der nun falls er nicht etwa wegen allzu seichter Lage der enthaltenen Substanz undder langen Dauer des Prozesses ebenfalls weggeätzt wurde mit den Einfassungsleisten auf denselben aufsitzt (2).

Die Einfassungsleisten, die nun mehr oder weniger frey da stehen , zeigen was zum Theil bey einer mindertiefen Aetzung schon beobachtet werden kann (übrigens aber auch vom Schnitte abhängen mag, je nachdem dieserdie Richtung derselben traf) eine, gegen die Ebene der Fläche, etwas schiefe doch immer unter sich paralleleLage, und gleichen papierblattdünnen Lamellen von der Länge der vormahligen Streifen, einem gegenseitigen Abständewelcher der Breite dieser entspricht, und von sehr ungleicher Höhe oder Tiefe, je nachdem die enthaltene Substanz mehroder weniger in die Tiefe ging und ausgeätzt worden ist. Kurz, sie bilden paarweise die Seitenwände eines schrägen,aber gleich weiten Canals, in welchem die Streifen-Substanz eingeschlossen war, und sind nach unten durch eine ähn-liche Lamelle verbunden und geschlossen, welche solcher Gestalt den Boden des Canals vorstellt. Boden und Wände ha-ben ein etwas unebenes, gebogenes und gleichsam faltiges, oder vielmehr breit und flach gefaltetes Ansehen, eine stahl-graue, stark ins Silberweiße fallende aber meistens eisengrau angelaufene Farbe, und einen schwachen metallischen Glanz,indeß der obere Rand der Wände (Einfassungsleisten) lichter und glänzender ist.

Wo zwey oder mehrere Streifen einer Richtung dicht an einander liegen und durch solche Lamellen dem Anscheinenach nur einfach getrennt sind, scheinen diese doch alle Mahl, wenigstens hie und da im Verlaufe, doppelt oder doch di-cker und gleichsam aus zwey zusammen geschmolzen zu seyn, schließen, in eben diesem Grade mehr oder weniger deut-lich, etwas von der den Feldern oder Figuren eigenthümlichen Substanz ein, und bilden kleine, oft nur linienförmige(doch immer Segmenten der vorkommenden Dreyecke entsprechende) ähnliche Zwischenfelder; so daß demnach Streifenund Felder und die verschiedenartige Substanz beyder stets und regelmäßig abwechseln und jene Lamellen oder Einfas-sungsleisten gleichsam als Trennungsmittel dienen und die gemeinschaftliche Scheidewand bilden.

(>) Wenn zufällig. was jedoch fettender Fall ist aller Zusammenhang fehlt, so fallen solche Lamellen, einzeln oder mehrereunter sich oder mit einem Zwischenfelde verbunden, ab und finden sich als solche unverändert in der Auflösung amBoden des Gefäßes worin die Aetzung geschah.

(2) Es ergibt sich hieraus, daß sowohl die Streifen als Felder, so wie auch ihre gemeinschaftlichen Scheidewände die Einfas-sungs - und Schraffirungsleisten und überhaupt alle einzelnen, mehr oder weniger verschiedenartigen Theile des Gefügesdie sich durch die Aetzung aussprechen, nur auf eine gewisse, und zwar nicht sehr beträchtliche (wie es scheint, selten über ^Li-nie reichende), übrigens aber sehr unbestimmte und ungleichförmige Tiefe gehen und unordentlich über einander gehäuft, nurmit einiger Regelmäßigkeit in der Ausscheidung, Absonderung und Lagerung unter sich, die Total-Masse construiren. Am' deutlichsten zeigt sich dieß an zwey Würfeln (von beyläufig 4 Linien Seite), die ich aus einem Stücke von der Elbogner Masseausschneiden und woran ich an dem einen noch eine Ecke abstumpfen ließ, und dann beyde ringsherum, auf allen Flächenund Kanten, gleichzeitig und gleichförmig ätzte. Jede Fläche auf denselben zeigt nun eine andere Zeichnung oder Gruppirungder Streifen und Felder, und manche von diesen oder jenen, oft von beyden, so auch die mit der bröcklig-körnigen Substanzmehr oder weniger ausgefüllten Risse und Klüfte, setzen sich über die gemeinschaftliche Kante auf die nächst anstoßende Flächemehr oder weniger weit fort, je nachdem sie gerade an diesen Stellen tiefer oder seichter in die Masse eingedrungen waren.

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