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Erster Theil.
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Stande des Barometers in so fern ab, als durch eine Ver-änderung der Temperatur auch die Dichte der Luft geändertwird. Die Tafeln, welche wir am Ende dieses Werkes mit-theilen werden, geben die Refraction r für einen Zustand derAtmosphäre, in welchem das Barometer auf 28 Pariser Zoll,und das Thermometer Reaumur auf 0 Grade steht. Istaber B die Höhe des Barometers, T das innere, T' dasäußer Thermometer, so seyk B ^ 1 ^ 1

28 ' 1 +0.00455T' 1-^0.00022^'

und man hat sehr nahe die diesem Zustande der Luft entspre-chende Refraction r' durch folgenden Ausdruck:

r r. btt'

Bey dieser Brechung des Lichtes durch diaphane Gegen-stände äußern sich mehrere merkwürdige Erscheinungen, wel-che uns die Natur des Lichtes näher kennen gelehrt haben.Läßt man in einem verfinsterten Zimmer durch eine kleinerunde Oeffnung Sonnenstrahlen senkrecht auf eine weißeTafel fallen, so erzeugen sie darauf ein kreisrundes weißesSonnenbild; hält man aber ein dreyseitiges gläsernes Pris-ma so vor die Oeffnung, daß die zwey Seiten des Prismas,durch welche der Strahl jetzt gehen muß, abwärts gekehrtsind, so erscheint das Sonnenbild auf der Tafel höher alszuvor, und ist nicht mehr kreisrund, sondern länglich in derGestalt eines oben und unten abgerundeten Eylmdrrs, undauch nicht mehr weiß, sondern es erscheint unter sieben deutlichverschiedenen Farben, von denen die unterste, also dem erstenkreisrunden Bilde die nächste, roth ist, und auf die in der-selben Ordnung orange, schwefelgelb, grün, lichtblau, dun-kelblau und violett folgt. Obschon man aber nur diese sie-ben Farben genau unterscheiden kann, so zeigt doch dieSte-tigkeit des Bildes, daß die Anzahl der durch allmähligeNuancen in einander verschmelzenden Farben eigentlich un-