74
Fünftes Capitel.
Der Mond.
Indem wir nun die Erde verlassen, und uns wiederzu den Gestirnen des Himmels erheben, dringt sich unserenBlicken, nächst der Sonne, die wir bereits oben betrachtethaben, vor Allem der Mond auf.
Unter allen Körpern des Himmels ist er der, welcheruns am nächsten steht, welcher ausschließend nur für die Erdeda zu seyn scheint, dessen Einflüsse auf uns unmittelbar, unddessen mannigfaltige Wohlthaten so zahlreich sind, daß wirwahrscheinlich viele von ihnen noch gar nicht kennen. Er istder treue Gefährte der Erde, der uns für den Verlust derSonne beynahe täglich zuderZeit entschädiget, wenn sie ihrwohlthätiges Füllhorn über andere Länder ausschüttet; seinsanftes Licht verschönert unsere Nächte, leitet den Wandererdurch Wälder und Einöden, und den Seefahrer durch un-bekannte Meere, seiner Bewegung und der Abwechslung sei-ner Gestalten verdanken wir unsere Zeitrechnung, und denwichtigsten Theil unserer Land- und Seekarten, so wie diebewunderungswürdige Vollkommenheit unserer Analyse; seinemagnetische Kraft hebt täglich zweymahl das Weltmeer,führt dadurch die Schiffe in die Häfen ein und aus, treibtunsere Mühlen, und wirkt endlich, vielleicht mehr als unsselbst bekannt ist, unmittelbar auf unseren Körper.
Es wurde bereits oben gesagt, daß wenige Stundeneiner sternhellen Nacht hinreichen, die eigene Bewegungdes Mondes von West gen Ost zu erkennen. Wenn manseinen Lauf länger verfolgt, so findet man, daß er seineBahn um die Erde in Beziehung auf die Nachtgleichenpunktejetzt in 27.321582 Lagen vollendet, welches also die tropi-