Band 
Erster Theil.
Seite
365
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Sechstes Capitel.

Gestalt d e r Planeten und der Erde.

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Es ist nicht wahrscheinlich, daß die Körper des Him-mels schon so gestaltet, wie wir sie jetzt erblicken, aus derHand des Schöpfers hervorgegangen sind, da der gegenwär-tige Zustand als der ihrer Reife, oder doch als ein Gradihrer stufenweise fortgehenden Ausbildung angesehen werdenkann, der von ihrer ersten ursprünglichen Gestalt sehr ver-schieden seyn muß. Vielleicht wurde im Anfange der Schö-pfung bloß die Materie, aus welcher sich künftig die ver-schiedenen Weltkörper bilden sollten, meinem unendlichen Rau-me regellos zerstreut, und dieser todten Masse, dem Chaos,als Seele, als Princip seines Lebens und seiner Wirkung, bloßdie gegenseitige Anziehung der einzelnen Elemente ein-gehaucht. Wo also in dem ursprünglichen Gewühle irgendein Theil von dichterer Masse sich fand, zog er, sobald jeneAnziehung thätig zu werden anfing, die rings um ihn zer-streuten kleineren Massen an, vermehrte dadurch die Kraftseiner eigenen Anziehung, und erweiterte die Gränzen seinerAttractionssphäre, wodurch vielleicht nach Millionen vonJahren das anfangs überall regellos verbreitete Chaos sichnach und nach in einzelne von einander abgesonderte Körperauflöste. Da jene ursprüngliche Masse imAllgemeinen gleich-förmig vertheilt war, so lagerte sie sich in regelmäßigenSchichten um jene ersten prädominirendcn Punkte, und diesegleichförmigen Anlagerungen mußten nothwendig auch eine re-gelmäßige Form jener sich allmählig bildenden Körper, also imAllgemeinen die Kugelform derselben zur Folge haben.Da ferner die dichteren Theile der umgebenden Masse zuerst,die lockern später angezogen wurden, und da die sich bilden-